Schattenboxen gegen Schmerzen

Gute Nachricht für alle, die an chronischer Arthritis oder Fibromyalgie leiden: Wer regelmässig Tai-Chi praktiziert, erhöht nicht nur sein allgemeines Wohlbefinden, sondern lindert auch seine Gelenkschmerzen.

Monika ist 66 Jahre alt. Bevor sie mit dem Tai-Chi-Training begann, konnte sie kaum noch eine Viertelstunde lang stehen, geschweige denn ihre Arme bis in Schulterhöhe anheben. Zu ihren zahlreichen Krankheitsdiagnosen zählten unter anderem Bandscheibenvorfälle, Arthrose in fast allen Gelenken, Rheuma, Gicht und Fibromyalgie.

Heute kann sich Monika wieder gleichmässig und harmonisch bewegen – auch wenn die Schmerzen nicht ganz zurückgegangen sind. Seit Monika bei der Tai Chi-Lehrerin Barbara Riek  drei Stunden in der Woche trainiert, hat sich ihr Zustand deutlich verbessert:

„Das regemässige Training bringt mir eine physische und psychische Ausgeglichenheit, die mir trotz meiner Schmerzen wieder Lebensfreude schenkt. Ich möchte alle ermutigen, nicht aufzugeben, sondern mitzumachen. Am besten sofort“.

Wirkung belegt

Eine neue Studie von Forschern der Universität von North Carolina belegt: Tai Chi ist eine wirksame Therapiemethode für Patienten mit Gelenkentzündungen und Fibromyalgie. Die langsamen, fliessenden Bewegungen der meditativen Kampfkunst wirken nicht nur beruhigend. Sie lindern Gelenkschmerzen, verbessern die Beweglichkeit, die Balance und das gesamte Wohlbefinden.

An der Studie über Tai Chi nahmen 354 Personen teil, die alle an Arthritis (einer chronischen Gelenkentzündung) oder Fibromyalgie (Gelenkprobleme und Muskelschmerzen gepaart mit Müdigkeit und Antriebsschwäche) litten. Die Hälfte von ihnen übte zwei Mal die Woche die Jahrhunderte alte Technik des chinesischen Schattenboxens – wie Tai Chi auch genannt wird. Die andere Hälfte trainierte nicht. Nach acht Wochen Tai-Chi-Bewegungen war der Unterschied eindeutig: Die Tai Chi-Aktiven verspürten deutlich weniger Schmerzen und Steifigkeit in den Gelenken. Ihr Gleichgewichtssinn war geschärft und sie waren körperlich leistungsfähiger als vor Trainingsbeginn.

Fit bis ins hohe Alter

In China ist Tai Chi ein Volkssport: In den Stadtpärken treffen sich in den Morgenstunden Tausende von Menschen, um die sanften Bewegungen im Zeitlupentempo gemeinsam zu praktizieren. Denn nach Auffassung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) entstehen Krankheiten dann, wenn die Zirkulation der Lebensenergie – Chi genannt – im Körper gestört ist. Die Übungen des Tai Chi dienen dazu, die Lebenskraft Chi zu fördern, zu erhalten und sie anzuregen, freier in den Energiebahnen zu fliessen. Auch ältere Chinesen üben sich in der meditativen Kampfkunst, um bis ins hohe Alter körperlich wie auch mental fit zu bleiben. Ein chinesisches Sprichwort besagt: Wer Tai Chi übt, wird stark wie ein Holzfäller, geschmeidig wie ein kleines Kind und gelassen wie ein Weiser.“

Wofür ist es sonst noch gut?

Die edlen und anmutigen Bewegungsabläufe des Tai-Chi lindern nicht nur Schmerzen, sie fördern die Gesundheit in zahlreichen weiteren Bereichen. Mit zunehmender Praxis beginnt der Körper, sich „umzustrukturieren“, das Zusammenspiel der meisten Skelettmuskeln, Sehnen und Bändern verändert sich. Die Gelenke werden beweglicher, der Körper streckt und dehnt sich, man geht aufrechter durchs Leben. Das Gleichgewicht wird besser.

Senioren, die regelmässig mit der Tai Chi-Lehrerin Barbara Reik praktizieren, berichteten ausserdem von folgenden positiven Auswirkungen des Schattenboxens:

  • Verbesserung der Atmung und Konzentrationsfähigkeit
  • Weniger Rücken- und Schulterbeschwerden
  • Weniger Kopfschmerzen
  • Regulierung des Blutdrucks und des Blutzuckers
  • Besserer Schlaf, besseres Allgemeinbefinden.
Das Buch zum Thema

In ihrem Ratgeber „Tai Chi für Senioren“ beschreibt Barbara Reik praktische Übungen und zeigt auf, welche Übungsfehler es zu vermeiden gilt (Mankau Verlag, CHF 24.90).

Kurse in Ihrer Region

Tai-Chi-Kurse werden an zahlreichen Orten in der Schweiz angeboten. Weitere Informationen finden Sie beispielsweise hier:

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy.