Einmal pro Woche Vegetarier sein

Wer auf Fleisch verzichtet, fördert nicht nur sein Wohlbefinden, sondern schont gleichzeitig die Umwelt!

Vegetarier sind auf dem Vormarsch: Eine wachsende Anzahl von Menschen verzichtet auf Schweinsschnitzel, Kalbsbratwurst und Hamburger und verzehrt stattdessen Sellerie-Schnitzel, Tofu-Wurst oder Getreide-Burger. Zu diesem Wandel in der Esskultur tragen sicher Fleischskandale, Klimaerwärmung und der Hunger in Drittweltländern bei.
Vegetarisch zu essen ist aber mehr als ein Trend. Selbst die Hamburger-Nation USA setzt neuerdings vermehrt auf fleischlose Kost – zumindest die Ministerien für Landwirtschaft und für Gesundheit. In ihren soeben erschienenen Ernährungsrichtlinien («Dietary Guidelines for Americans»), die alle fünf Jahre erneuert werden, werden die Vorteile vegetarischer Kost betont. «Verglichen mit Nicht-Vegetariern sind Vegetarier gesünder – sie haben weniger Übergewicht, ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist tiefer und ihre Lebenserwartung höher. Zahlreiche klinische Untersuchungen zeigen, dass vegetarisches Essen den Blutdruck senkt» – so das Fazit der amerikanischen Behörden.

Weniger Krebserkrankungen

Tatsache ist: Unzählige Studien belegen, dass vegetarisch lebende Menschen weniger an ernährungsbedingten Krankheiten leiden als Fleisch-Esser. Eine Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg zeigte: Die untersuchten Vegetarier litten nicht nur weniger oft an hohem Blutdruck, Diabetes oder Gicht, sie erkrankten auch seltener an Krebs. Wer auf Fleisch verzichtet, hat generell ein um 50 Prozent gesenktes Risiko, an diesem tückischen Leiden zu erkranken – vor allem an Darm und Brustkrebs. Dies liegt allerdings nicht nur an der fleischfreien Ernährung, sondern auch daran, dass Vegetarier mehr Gemüse, Früchte, Vollkorn, Hülsenfrüchte und Nüsse verzehren, die wertvolle und gesundheitsfördernde Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten.

Zu viel Fleisch macht krank

Herr und Frau Schweizer vertilgen durchschnittlich 52,38 kg Fleisch pro Jahr – das heisst 1kg pro Woche. Niemand erwartet, dass sich Fleischtiger in Körnlipicker verwandeln! Es lohnt sich aber durchaus, den eigenen Fleischverzehr zu drosseln. Der übermässige Genuss von Koteletten, Haxen und Braten bringt jährlich fünf Mal mehr Menschen vorzeitig ins Grab als im gesamten Autoverkehr sterben.

Europäische Veggie-Hauptstadt

Wer weniger Fleisch isst, tut damit nicht nur seinem Körper einen Gefallen. Fleischverzicht fördert auch die «Gesundheit» unseres klimageschädigten Planeten: Laut Uno werden 18 Prozent der weltweiten Treibhausgase durch Tierhaltung verursacht. Das ist mehr als alle Abgase von Autos, Lastwagen, Schiffen und Flugzeugen zusammen!
Die Produktion von Fleisch verschlingt auch Unmengen Wasser: Für ein einziges Poulet braucht es mehr Wasser, als man während eines Monats bei täglichem Duschen verbraucht. Und in einem Kilo Steak steckt das Duschwasser für ungefähr ein Jahr!
Um die Umwelt zu schonen und die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern, hat das belgische Gent 2009 als weltweit erste Stadt einen offiziellen fleischlosen Tag eingeführt und einen vegetarischen Stadtplan kreiert: Jeden Donnerstag werden in Betriebskantinen, Schulen und rund 100 Restaurants an die 350000 vegetarische Menüs serviert.

Die Aktion hat ein weltweites Medienecho ausgelöst. Bereits sind erste Städte dem Beispiel von Gent gefolgt –und auch Stars wie Paul McCartney, Bryan Adams, Kevin Spacey, Gwyneth Paltrow und Gillian Anderson unterstützen den Veggie-Tag.

Mehr Infos erhalten Sie unter: www.donnerstag-veggietag.de

Buch-Tipp

Jeden Donnerstag ist Veggie-Tag!

Ein saisongerechtes vegetarisches Rezept für jede Woche – also 52 Rezepte – findet man im neuen Kochbuch «Donnerstag ist Veggietag!» von Miki Duerinck und Kristin Leybaert (Südwest Verlag, Fr. 21.90). Die Autorinnen führten 24 Jahre lang ein Restaurant in der Veggie-Stadt Gent und haben das Thema «Vegetarisches Essen» stark gefördert. 2009 haben sie in Gent das «Vegetarische Kookstudio» gegründet.

Erschienen in GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy