Viel Arbeit in der Stoffwechselfabrik

Als Entgiftungszentrale unseres Körpers verdient die Leber besondere Aufmerksamkeit, um fit zu bleiben und nicht krankhaft zu vernarben.

Die Leber ist die grösste Drüse des Menschen. Ähnlich wie eine Kläranlage besteht eine ihrer Hauptaufgaben darin, unser Blut von Krankheitserregern sowie Abbau- und Giftstoffen zu säubern – angefangen bei Alkohol, über gewisse Medikamente, bis hin zu Umweltgiften und chemischen Zusatzstoffen in der Nahrung. Alkohol, zum Beispiel, wird in der Leber in eine für den Körper ungefährliche Substanz umgewandelt. Ist die Alkoholmenge gering ist, gelingt das der Leber problemlos. Grössere Mengen, insbesondere auch über einen längeren Zeitraum, hingegen sind Stress pur für die Leber. Solange sie sich um den Abbau des Alkohols kümmern muss, ist sie nicht in der Lage, sich um ihre anderen Aufgaben zu kümmern, wie beispielsweise Abwehrzellen zu bilden.

Fettleber auf dem Vormarsch

Was viele Menschen nicht wissen: Unsere Leber leistet nicht nur Schwerarbeit, wenn wir öfter mal zu tief ins Bier- oder Weinglas schauen, sondern auch wenn wir zu üppig und zu fett essen! Tatsache ist: Die höchsten Zuwachsraten bei Erkrankungen der inneren Organe gibt es aktuell im Bereich der Leber, und zwar bei Fettleber-Erkrankungen, die NICHT alkoholbedingt sind! Lebererkrankungen als Folge von Übergewicht und falscher Ernährung kommen immer häufiger vor und können in der Folge auch die Gefässe und das Herz schädigen.
Normalerweise ist unsere Entgiftungszentrale ziemlich robust und kann sich innerhalb weniger Wochen komplett regenerieren – wenn man sie entsprechend schont. Dummerweise merkt man aber lange nicht, wenn die Leber langsam verfettet, weil man ihr zu viel Neutralfette (sogenannte Triglyzeride) zumutet. Rund 90 Prozent des Fettes – wie Butter, Öl, Margarine, Milch, Fleisch, Wurst – das wir essen, besteht aus Triglyzeriden.

Keine Warnsignale

Da die Leber keine sensiblen Nerven hat, kann sie keine Schmerzsignale senden, wenn man sie überlastet. Macht sie sich endlich bemerkbar – beispielsweise mit Druckgefühl im rechten Oberbauch, Juckreiz am ganzen Körper, Lebersternchen (winzige, sternförmige roten Äderchen) oder fleckiger Rötung in den Handinnenflächen – ist sie meist schon stark geschädigt. Schlimmstenfalls entwickelt sich daraus eine Fettleberzirrhose. Fest steht: bei einer chronischen Leberentzündung sterben immer mehr stoffwechselaktive Leberzellen ab und werden durch funktionsloses Narbengewebe ersetzt, was den Blutfluss in der Leber behindert. Wer befürchtet, eine Lebererkrankung zu haben, sollte dies deshalb sicherheitshalber von einem Arzt abklären lassen.
Wer bereits unter einer Fettleber leidet, kann das Risiko einer Leberzirrhose reduzieren, indem er seine Lebensweise ändert, abnimmt, sich gesund ernährt und Sport treibt.

So halten Sie Ihre Leber fit

  • Ernähren Sie sich leberfreundlich: Essen Sie weniger tierische Fette, Frittiertes, Gepökeltes und Geräuchertes. Dafür viel mehr frisches Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Naturreis und Vollkorngetreide, die reich an Ballaststoffen sind. Obst und Gemüse sollte man unbedingt waschen, um die Belastung mit Schadstoffen zu verringern.
  • Trinken Sie mindestens zwei Liter Wasser oder Kräutertee pro Tag. Das hilft der Leber, Giftstoffe auszuschwemmen.
  • Ob Konservierungsmittel, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker: Machen Sie einen Bogen um Zusatzstoffe, die die Leber mit zusätzlicher Entgiftungsarbeit belasten.
  • Vorsicht vor Schimmelpilzgiften, zum Beispiel in Nüssen oder auf Lebensmitteln, die bereits sichtbar befallen sind: Das Abschneiden hilft bei den meisten Schimmelarten nicht, da sich der Pilz meist schon unsichtbar weiterverbreitet hat und auch durch hohe Kochtemperaturen nicht zerstört werden kann.
  • Purer Balsam für die Leber sind Bitterstoffe, da sie den Gallenfluss anregen. Das hilft, fettige Speisen besser zu verdauen. Bitterstoffe gibt es als Tee, Kräutertinktur oder Granulat in der Drogerie, Apotheke und im Reformhaus.
  • Gönnen Sie sich ab und zu einen Leberwickel, der die Entgiftung der Leber ankurbelt. Wickeln Sie eine mit warmem Wasser gefüllte Bettflache in ein feuchtes Handtuch und legen Sie sie auf die Leber (rechts, direkt unter dem Rippenbogen). Decken Sie den Wickel mit einem trockenen Handtuch zu und legen Sie sich für 30 bis 60 Minuten ins Bett.
  • Wichtig ist auch viel Bewegung: Das fördert den Stoffwechseln und erleichtert der Leber ihre Arbeit.
  • Zu guter Letzt: Wer seine Leber fit halten will, sollte auch beim Alkoholkonsum zurückhaltend sein. Für Männer sollten es maximal 20 Gramm Alkohol pro Tag sein, wenn die Leber gesund bleiben soll. Das entspricht 0,25 Liter Wein oder 0,5 Liter Bier. Bei Frauen die Hälfte.
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Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy.