Party für die Fitness

Mit heissen Latino-Rhythmen und schweisstreibenden Tanzschritten formt Zumba nicht nur die Figur, sondern sorgt auch für gute Laune. Kein Wunder, findet das Fitnessprogramm immer mehr Anhänger.

Andrea (41) tut es, Raffaela (47) tut es und Sandra (43) will es auch bald tun: Zumba (ausgesprochen „Sumba“). In meinem Bekanntenkreis ist das Zumba-Fieber ausgebrochen! Die Workout-Sensation aus Südamerika hat nun auch die Schweiz erfasst.

Die lustvolle Mischung aus Tanz und Training erobert die Welt im Lauffeuer. Zumba-Lektionen werden bereits in 125 Ländern angeboten und von über 12 Millionen Menschen regelmässig praktiziert. Das „American College of Sports“ hat das Tanz-Fitness-Programm soeben zu den „Top 10“-Fitnesstrends für 2012 gekürt.

Zumba ist zufällig entstanden

Pulsierende Arme, aufstampfende Füsse, sexy kreisende Hüften und triefender Schweiss: Zumba ist Bewegung pur und dennoch anders als alle anderen Fitnessmethoden. Mit schneller und langsamer Musik aus Salsa, Merengue und anderen lateinamerikanischen Tanzstilen ist es so konzipiert, dass man sich beim Training wie auf einer Party fühlt und von der Musik einfach mitgerissen wird, sich zu den Rhythmen zu bewegen.

In den Neunziger-Jahren unterrichtete Alberto Perez (40) Aerobic in einem Fitnessstudio in seiner kolumbianischen Heimatstadt Cali. Eines Tages kam er zum Training und hatte seine Musik vergessen.

„Da musste ich zwangsläufig improvisieren! Glücklicherweise hatte ich ein paar Latin-Tapes in meinen Rucksack dabei, die ich einfach ins Kassettendeck schmiss. Ich begann die Stunde mit Latino-Tanzschritten. Der ganze Kurs war begeistert – und Zumba war geboren“.

Eines Tages verkaufte der Fitnesstrainer und Choreograf seinen ganzen Besitz und wagte den Sprung nach Miami, obwohl er noch kein Wort Englisch sprach. Die ersten Monate waren hart, doch aufgrund seines Talents und seines Charismas bekam der Kolumbianer einen Trainer-Job in einem renommierten Fitness-Studio. Sein Zumba-Kurs wurde bald zum beliebtesten Kurs im Studio. 2001 entdeckten ihn zwei Unternehmer, die mit ihm die Firma „Zumba Fitness“ gründeten – der Beginn der globalen Zumba-Bewegung.

Entfacht Kalorienfeuer

Der Bewegungs-Cocktail vereint die Grundprinzipien von Aerobic, Kraft- und Intervalltraining und fördert die Fettverbrennung. In einer Zumba-Stunde können Geübte 600 bis 1000 Kalorien verbrennen, je nach dem wie stark sie mitmachen. „Wegen der anregenden Musik merkt man gar nicht, wie intensiv man sich bewegt“, so die Zürcher Kommunikationsleiterin Andrea, die seit ein paar Monaten regelmässig ins Zumba geht. „Es macht einfach Spass“.

Zumba beinhaltet zudem Elemente aus dem Krafttraining. „Viele der Tanzschritte enthalten auch Fitnessbewegungen wie Kniebeugen oder Ausfallschritte. Und meine speziellen Sculpt-and-Tone-Moves helfen dabei, den Körper zu formen“, so Zumba-Erfinder Perez, der von seinen Fans „Beto“ genannt wird. Zumba erhöht nicht nur den Pulsschlag, sondern trainiert Schenkel, Po und sämtliche Problemzonen.

Partylaune statt Perfektion

So schweisstreibend es ist:

„Zumba ist für Menschen jedes Alters und jeder Begabung erlernbar. Mir ist es egal, ob Sie auf dem rechten oder linken Fuss beginnen. Ich will nur, dass es Ihnen Spass macht, fit zu werden“,

erklärt Beto seine Fitness-Philosophie.

„In unserer Klasse gibt es auch ältere Leute“, erzählt die Kosmetikerin Raffaela, die die Zumba-Stunden in einem Zürcher Fitness-Club besucht. „Jeder macht so mit, wie er kann, es gibt keinen Leistungsdruck und es geht auch nicht um perfekte Choreographie.“ Auch wenn die Tanzschritte den einen oder die andere vorerst überfordern: Im Vordergrund stehen Latino-Musik, Tanzspass und Partylaune.

Anfängern rät Beto:

„Wenn Sie mit Zumba beginnen wollen und bisher noch nicht viel Sport gemacht haben, sollten Sie es langsam angehen. Schätzen Sie Ihren Fitnessgrad realistisch ein, und überfordern Sie sich nicht. Drei Mal zwanzig Minuten pro Woche sind für den Anfang genug. Sie sollten den Anstrengungsgrad so wählen, dass es nicht mehr gemütlich ist, Sie sich aber immer noch unterhalten können.”

Sorgen und Stress wegtanzen

Beto, der von seiner Mutter allein aufgezogen wurde – sein Vater, ein angehender Arzt, machte sich aus dem Staub, als Maria del Carmen mit 17 Jahren schwanger wurde – sieht Zumba nicht nur als Fitmacher, sondern auch als Stimmungsheber bei stressenden Gedanken und Alltagssorgen.

„Es gibt solche und solche Tage, aber ich kann Ihnen garantieren, dass Sie sich selbst an den schlimmsten Tagen nach einer Stunde Zumba viel, viel besser fühlen.“

Zumba-Programm für zu Hause

Ob Anfänger oder Fortgeschrittene: Für das Training im Wohnzimmer gibt es die Zumba-Übungen auch als

  • • Konsolenspiel für Wii Nintendo oder Playstation 3 (CHF 59.90, bei Ex Libris)
  • DVD-Sets (ab CHF 99.90), erhältlich über www.zumbafitness.ch.

 Das Buch zum Thema:

„Zumba – Das Dance-Workout“ von Beto Perez (Riva Verlag, CHF 28.90).

PDF des Artikels: Party für die Fitness

 Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy.