Knollige Wunderwaffe

Sein Geruch ist nicht jedermanns Sache. Aber Knoblauch ist eine der ältesten und wirkungsvollsten Arzneipflanzen. Er schützt insbesondere das Herz und stärkt das Immunsystem.

Was wären ein griechisches Tsatsiki, eine französische Bouillabaisse oder ein italienisches Pesto ohne Knoblauch? Die weisse oder rosarote Knolle, die ursprünglich aus den Steppen Zentralasiens stammt, zählt nicht umsonst zu den beliebtesten Gewürzen in der Mittelmeerküche: Sie verleiht Speisen nicht nur ein köstliches Aroma, sie ist auch eines der wirkungsvollsten Naturheilmittel. Ihr wird nachgesagt: „Wer früh anfängt, Knoblauch zu essen, der wird sehr alt“.

Fest steht: Der Verzehr von „Allium sativum“ – so der lateinische Fachbegriff – reicht weit in die Antike zurück. Vor über 4000 Jahren erhielten die Arbeiter, die im alten Ägypten Pyramiden bauten, jeden Tag ihre Portion Knoblauch, um kräftig zu bleiben und nicht zu erkranken. Auch im antiken Griechenland galt Knoblauch als Stärkungsmittel für Krieger. Und im Mittelalter versuchten Mönche, die Pest mit Knoblauch zu bekämpfen.

Als Heilpflanze ist Knoblauch ein faszinierender Alleskönner: Er desinfiziert, entkrampft, wirkt antibakteriell und schützt vor Krankheiten.

Grossartiger Herzschützer

Zu den gefährlichsten und häufigsten Volkskrankheiten zählen Herz- und Gefässerkrankungen. Studien der deutschen Universität Homburg haben gezeigt: Wer täglich drei bis fünf Zehen isst, senkt sein Herzinfarkt- und Arterienverkalkung-Risiko deutlich! Möglich macht es die hohe Konzentration des Stoffes Allicin im Chnobli. Die Inhaltsstoffe der Knolle verbessern altersbedingte Gefässveränderungen sowie die Fliesseigenschaft des Blutes und wirken damit einer Thrombose entgegen. Sie senken auch zu hohen Blutdruck und den Cholesterinspiegel.

Weil Knoblauch die Durchblutung anregt, wurde er in der Antike gerne auch zur Potenzförderung gegessen.

Natürliches Antibiotikum

Im Knoblauch stecken auch viele antioxidative Stoffe. Das sind Wirkstoffe, die den Körper und seine inneren Organe vor schädigenden freien Radikalen schützen, länger jung halten und das Immunsystem stärken. Ein hoher Chnobli-Verzehr soll zudem das Magen- und Dickdarm-Krebsrisiko reduzieren.

Knoblauch enthält auch stark antibakterielle Wirkstoffe, weshalb er auch „Penizillin des Südens“ genannt wird. Diese Substanzen helfen auf natürliche Weise, krankheitserregende Bakterien, Pilze und Viren abzuwehren. Sie schützen die Verdauungsorgane vor Infektionen und die Atemwege vor Erkältungen.

Auch in Pillenform erhältlich

Knoblauch enthält – wie Zwiebeln auch – Schwefelöle, die auf den Magen schlagen und Blähungen auslösen können. Wer besonders sensibel ist, kann die Wirkung der scharfen Öle ein wenig mildern, indem der geschnittene Knoblauch vor dem Verbrauch mit etwas heissem Wasser überbrüht wird. Passt es zum Gericht, kann man auch etwas Kümmel dazugeben.

Wem die Vorstellung, täglich mehrere Chnobli-Zehen für die Gesundheit zu vertilgen, widerstrebt, kann selbstverständlich auch zu Knoblauchtabletten greifen. Erhältlich sind die Kapseln, die hochdosiertes Allicin enthalten, in der Apotheke, Drogerie oder im Reformhaus. Doch aufgepasst: Auch sie verleihen einen unangenehmen Atem.

 Was hilft gegen eine Knoblauchfahne?

Der Knollengenuss vertreibt nicht nur „Geister und Vampire“, sondern vor allem Mitmenschen: Wer ein mit Knoblauch gewürztes Gericht verspeist hat, verströmt über Atem und Hautporen eine Duftwolke, die vom Umfeld mit Naserümpfen quittiert wird.

Um den strengen Geruch zu reduzieren, wird oft geraten, nach dem Genuss Kardamomsamen, Peterli-Blätter oder Kaffeebohnen zu kauen. Wirklich hilfreich sind aber nur hochdosierte Chlorophyll-Dragees aus der Apotheke.

 Knoblauch-Tinktur selber machen

Legen Sie 50 Gramm Knoblauch in 2,5 dl Wodka ein – in eine lichtundurchlässige, gut verschliessbare Flasche. Lassen sie das Ganze zwei Wochen ziehen und seihen es dann ab. Zerdrücken Sie zudem die Knoblauchzehen mit einem Löffel, um auch die wertvollen flüssigen Substanzen einzufangen.

Bewahren Sie die Tinktur in einer luftdichten Flasche auf. Zwei Mal täglich 15 Tropfen mit etwas Wasser verdünnt hilft, den Blutdruck und Cholesterinspiegel zu senken, Erkältungen zu heilen und den Verdauungstrakt vor Bakterien zu schützen.

PDF des Artikels: Knollige Wunderwaffe

 Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy.