Zu viel Druck?

Man spürt ihn nicht, dennoch ist Bluthochdruck gefährlich. Jeder vierte Erwachsene leidet daran. Bleibt er unbehandelt, steigt das Risiko für einen Hirnschlag oder einen Herzinfarkt.

Auch wenn die «Krankheit» nicht wehtut: Mit Bluthochdruck ist nicht zu spassen. Deshalb sollte der Blutdruck mindestens einmal pro Jahr vom Hausarzt oder in der Apotheke gemessen werden. Experten schätzen, dass etwa ein Drittel der Betroffenen gar nicht wissen, dass ihre Blutgefässe unter erhöhtem Druck stehen.

Mit dem Alter steigt der Blutdruck meist kontinuierlich an. Von Hochdruck, in der Fachsprache Hypertonie genannt, spricht man, wenn die Werte bei 140/90 mmHg oder darüber liegen (siehe Tabelle weiter unten). In der Altersgruppe von 55 bis 64 Jahren leiden rund 35 Prozent der Menschen an Bluthochdruck. Bei den 65- bis 74-Jährigen sind es bereits 45 Prozent und bei Senioren ab dem 75. Altersjahr 55 Prozent, also gut jeder Zweite. So das Ergebnis einer Gesundheitsbefragung in der Schweiz.

Riskanter als Alkohol

Gemäss der Weltgesundheitsorganisation WHO steht Bluthochdruck weltweit auf Platz 2 der «Rangliste» der schlimmsten Risikofaktoren für die Gesundheit – nach Tabakkonsum und noch vor Alkoholkonsum (Platz 3) und Übergewicht (Platz 4). Hält Bluthochdruck über Jahre an, verhärten und verdicken sich die Blutgefässe (sog.Arteriosklerose). Zudem erhöht sich das Risiko, einen Herzinfarkt oder Hirnschlag zu erleiden, um das Doppelte bis Zehnfache. Weitere Folgekrankheiten, die auftreten können, sind Herzschwäche, Niereninsuffizienz, Durchblutungsstörungen in den Beinen oder Sehschwäche.

Den Salzstreuer vom Tisch verbannen

Nebst Alter und erblicher Veranlagung kann auch der Lebensstil den Blutdruck in ungesunde Höhen treiben. Zu den Hauptfeinden eines gesunden Blutdrucks zählen Übergewicht, salzreiches Essen, hoher Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Stress und Rauchen. Auch wenn Bluthochdruck keine Beschwerden macht, muss der «stille Killer» unbedingt behandelt werden. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt dabei die Ernährung. Ganz wichtig ist, den Salzkonsum (inklusive Maggi und Aromat) zu reduzieren – auf maximal sechs Gramm pro Tag. Zum Würzen eignen sich stattdessen Kräuter, Pfeffer, Curry, Paprika, Chili, Knoblauch oder Zwiebeln.

Die Schweizer Herzstiftung rät ausserdem:

  • Essen Sie täglich fünf Portionen Früchte und Gemüse. Sie enthalten Kalium und reduzieren den Blutdruck. Besonders kaliumreich sind Bananen, Trauben, Kartoffeln und Spinat.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Kalziumzufuhr mit fettarmen Milchprodukten wie Joghurt oder Hüttenkäse.
  • Essen sie täglich Vollkornprodukte.
  • Bevorzugen Sie ungesättigte Fettsäuren (z.B. Oliven- und Rapsöl) statt gesättigte (tierische) Fette.
  • Fleisch muss nicht täglich auf den Tisch. Geniessen Sie stattdessen einmal pro Woche ein Fischgericht.

Günstig auf den Blutdruck wirkt sich auch der tägliche Genuss von drei Tassen schwarzem Tee aus, so das Ergebnis einer neuen australischen Studie.

Bluthochdruck natürlich senken

Um Stress aktiv abzubauen und den Blutdruck dauerhaft zu reduzieren, hilft regelmässiger Ausdauersport wie Wandern, Walking, Joggen, Velofahren, Skilanglauf, Aquafit oder Schwingen auf dem Minitrampolin (Rebounding). Bereits nach einem einzigen körperlichen Training sinkt der Blutdruck für mehrere Stunden deutlich ab. Ideal sind 30 Minuten Bewegung pro Tag. Mitgerechnet werden dürfen auch Aktivitäten wie Treppensteigen, ein Spaziergang in der Mittagspause, im Garten arbeiten oder mit dem Hund Gassi gehen. Wer übergewichtig ist, profitiert zudem vom Abnehmen: Jedes überschüssige Kilo, das schwindet, senkt den Blutdruck um etwa 1,5 mmHg.

Ein wohltuender Gewinn für den ganzen Körper ist ein Rauchstopp. Rauchen verengt die Blutgefässe und fördert Hochdruck. Auch Alkohol treibt den Blutdruck in die Höhe. Männer sollten höchstens 3 dl Wein oder 7 dl Bier pro Tag trinken, Frauen höchstens 2 dl Wein oder 5 dl Bier. Dazwischen immer wieder alkoholfreie Tage einlegen.

Bringen all diese natürlichen Massnahmen keine Besserung, muss der Bluthochdruck zusätzlich mit Medikamenten bekämpft werden, um vor Herzinfarkt oder Schlaganfall zu schützen.

Blutdruckwerte deuten

Zur Messung des Blutdruckes werden zwei Werte ermittelt: Der obere (systolische) Wert zeigt den höchsten Druck in den Arterien an, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht. Der untere (diastolische) Wert entspricht dem niedrigsten Druck in den Blutgefässen, wenn sich das Herz zwischen zwei Herzschlägen wieder entspannt.

  Systolischer Wert (in mmHg) Diastolischer Wert (in mmHg)
optimal unter 120 unter 80
normal 120 bis 129 80 bis 84
hoch normaler Blutdruck 130 bis 139 85 bis 89
leichter Bluthochdruck 140 bis 159 90 bis 99
mässiger Bluthochdruck 160 bis 179 100 bis 109
schwerer Bluthochdruck ab 180 ab 110
Quelle: Schweizerische Herzstiftung
 
INFOS UND TESTS

Wertvolle Informationen rund um das Thema Bluthochdruck bietet die Internetseite www.blutdruck-offensive.ch. Die Schweizerische Herzstiftung bietet ausserdem interaktive Tests zu Fragen wie: «Ernähre ich mich herzgesund?» oder «Wie gross ist mein Herzinfarkt- oder Hirnschlagrisiko?»: www.swissheart.ch

 Vorsicht vor Salzbomben!

Es lohnt sich, beim Einkaufen einen Blick auf die Etikette zu werden, denn Kochsalz steckt nicht nur in Salzheringen, Rollmops, Salzstengel, Salami, Rohschinken, Fastfood oder Schmelzkäse, sondern versteckt sich auch in Ketchup, Würzmischungen, Marinaden, Pasta-Saucen, Suppen, Dosengemüse, Fertigmahlzeiten oder gar Frühstücksflocken.

PDF des Artikels: Bluthochdruck

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy