Haartentfernung – so gehts glatt

Glatte Beine, ansprechende Achseln und eine getrimmte Bikinizone: Im Sommer müssen störende Härchen weg, um gepflegt zu wirken. Von Rasieren bis Lasern erklären wir, was hilft und wirkt.

Eigentlich dürfen wir uns ja nicht beklagen. Im Vergleich zum Affen besitzt der Mensch kaum Haare. Die wenigen Körperhaare, die uns geblieben sind, dienen dazu, unsere Körpertemperatur zu regeln und besser zu schwitzen, weil Härchen den Schweiss besser abfliessen lassen.

Keine neue Erfindung

Dennoch wird die menschliche Körperbehaarung seit Jahrhunderten bekämpft: Bereits im alten Ägypten soll Cleopatra lästige Haare mit Bienenwachs entfernt haben. Von rundum aalglatter Haut zeugen auch die Statuen der alten Griechen und Römer, die in zahlreichen Museen der Welt bewundert werden können. Das Schönheitsideal der Antike ist heutzutage offenbar wieder gefragt. Der haarige Wildwuchs der Hippie-Generation und der Frauenemanzipation interessieren die jüngere Generation nicht mehr. Was sicher auch daran liegt, dass knappe Bademode aus Brasilien, sexy String-Slips und sommerliche Shirts und Shorts mehr Haut zeigen.

Von traditionell bis hochtechnisch

Zahlreich sind die Methoden, um störende Härchen im Gesicht („Damen-Schnauz“), unter den Achseln, am Rücken, auf der Brust, an den Beinen oder in der Intimzone loszuwerden. Und jede hat ihre Vor- und Nachteile (siehe PDF).

Am einfachsten ist das Nassrasieren mit pflegendem Rasierschaum unter der Dusche. An den Beinen von unten nach oben (entgegen der Wuchsrichtung), unter den Armen kreuz und quer, in der Bikini-Zone nur in Wuchsrichtung. Praktisch für unterwegs sind manuelle Rasierer, in deren Klinge bereits beruhigende Substanzen (wie Kakaobutter, Aloe Vera oder Vitamin E) eingebettet sind.

Wer scharfe Klingen an seiner Haut nicht mag, kann zu einer Enthaarungscreme greifen. Die Haare lösen sich innerhalb weniger Minuten auf und können mit dem beiliegenden Plastikspachtel sanft weggeschabt werden. Die Haut bleibt etwas länger glatt als beim Rasieren (3 bis maximal 7 Tage), da die Härchen auch unter der Hautoberfläche teilweise aufgelöst werden.

Für den Hausgebrauch eignet sich auch ein Epilationsgerät, dessen rotierende Minipinzetten die Härchen mitsamt Wurzeln ausreissen. Die einen finden diese Methode genial, andere erleben sie als Tortur. Die Härchen wachsen nach 1 bis 3 Wochen nach.

Makellose, länger anhaltende Enthaarung versprechen Kaltwachs-Streifen. Die vorgefertigten Streifen werden zwischen den Handflächen angewärmt, auf die zu enthaarende Stelle gelegt und dann mit einem Ruck wie ein Pflaster weggezogen.

Ein wahres Revival erlebt derzeit Warmwachs – modern nun Waxing genannt. Selbstbehandlung ist möglich, in der Regel wird diese Enthaarungsmethode aber von einer Kosmetikerin durchgeführt. Mit einem Spatel streicht sie erwärmtes Wachs auf die zu enthaarende Körperstelle, lässt es ein wenig abkühlen und zieht die Masse dann ruckzuck direkt oder mit Vlies weg. Um den mittelmässigen Schmerz zu lindern, legt sie ihre Hand danach kurz auf die behandelte Stelle auf.

Sehr beliebt ist hierzulande auch das sogenannte Sugaring. Statt Warmwachs wird dafür eine Mischung aus Wasser, Zucker und Zitronensaft verwendet – ein uraltes orientalisches Rezept. Die Kosmetikerin rollt die komplett natürliche Masse hin- und her über die zu enthaarende Körperstelle, bis alle Härchen weg sind.

Um lästige Härchen dauerhaft loszuwerden bieten Dermatologen Laser- und Lichtblitz-Behandlungen an.

Kosmetik zwischen den Beinen

Seit ein paar Jahren erlebt die Enthaarung südlich des Bauchnabels einen regelrechten Boom. Vor allem jüngere Frauen und Männer legen Wert auf teilweises oder ganzes Entfernen der Körperhaare in der Intimzone. Eine Untersuchung der Universität Leipzig zeigte: 88 Prozent der Studentinnen und 67 Prozent der Studenten bekannten sich zur Intimrasur.

Vor 20 Jahren ging es darum, die Bikini-Zone zu säubern und allfällige Härchen zu entfernen, die jenseits der Badehose spriessten. Heute gibt es spezialisierte Enthaarungsstudios mit sogenannten „Depiladores“, die die Intimzone von weiblichen wie auch männlichen Kunden in Form trimmen. In der Regel geschieht dies mit warmem Wachs, die Methode hat sich als „Brazilian Waxing“ etabliert. Nebst kompletter Entfernung der Schamhaare (sogenannter „Hollywood Cut“) haben Frauen auch die Wahl zwischen einem „Landing Stripe“ (schmaler Haarstreifen um oder oberhalb der Schamlippen), einem „Triangle“ (Haardreieck auf dem Schambein) oder einem individuellen Motiv (z.B. Herz).

Gut zu wissen
  • Wenn die Haut gereizt, gerötet oder verletzt ist, sollte kein Waxing vorgenommen werden.
  • 24 Stunden vor und nach einem Waxing sollte man sich nicht der Sonne aussetzen oder das Solarium besuchen. Tabu sind auch Pflegeprodukte mit chemischen Zusätzen.
  • Eingewachsene Haare kommen immer wieder vor beim Haarentfernen. Grund dafür sind abgestorbene Hautzellen, die den Haarkanal verstopfen. Dagegen helfen regelmässige Peelings, um Hornschüppchen zu mindern und die Durchblutung anzuregen.
  • Nach der Haarentfernung braucht die Haut eine Extraportion Feuchtigkeit. Empfehlenswert sind Cremes oder Gels mit den Wirkstoffen Aloe Vera, Allantoin, Panthenol oder Kamillenextrakt. Diese beruhigen die gereizte Haut.
  • Vorsicht: Bei Krampfadern, offenen Wunden oder Entzündungen muss ärztlich abeklärt werden, welche Haarentfernungsmethoden angebracht sind.
PDF des vollständigen Artikels:

Erschienen in astreaAPOTHEKE. © Marie-Luce Le Febve de Vivy