Auch ER kann länger leben

Männer sterben meist früher als Frauen. Dies muss aber nicht sein: Ein paar einfache Korrekturen in ihrem Lebensstil schützen Männer davor, vorzeitig an typisch männlichen Krankheiten zu sterben.

Gemäss Bundesamt für Statistik zählt die Lebenserwartung in der Schweiz gegenwärtig zu den höchsten der Welt. In den meisten Ländern sind es aber vor allem die Frauen, die länger leben. Für Männer, die sich ein hohes Alter wünschen, gibt es aber gute Nachrichten: Das sogenannt starke Geschlecht ist punkto Langlebigkeit am Aufholen! In der Schweiz ist die männliche Lebenserwartung in den vergangenen zwanzig Jahren stärker gestiegen als bei den Frauen – von 74,1 auf 80,2 Jahre. Beim weiblichen Geschlecht hat die Lebenserwartung seit 1991 von 81,2 auf 84,6 Jahre zugenommen.

Lebensstil beeinflusst Lebensdauer

Wie lange man lebt, hängt nicht davon ab, ob man als Junge oder Mädchen geboren wurde. Jeder Mann (wie auch jede Frau) hat es selber in der Hand, die eigene Lebensdauer positiv zu beeinflussen und die Risiken eines vorzeitigen Todes zu mindern. Die Formel für ein längeres Leben ist ganz einfach: Gönnen Sie sich täglich möglichst viel gesundes Essen, Bewegung und aktive Entspannung. Bauen Sie gleichzeitig krankmachendes Verhalten ab – Schritt für Schritt. Was das konkret bedeutet, zeigen wir am Beispiel der fünf häufigsten Todesursachen von Männern.

Herzkrankheiten

Der Herzinfarkt ist Todesursache Nummer eins in der Schweiz wie auch weltweit. Hauptursache ist eine Arteriosklerose der Herzkranzgefässe (sogenannte koronare Herzkrankheit). Die Blutgefässe, die das Herz versorgen, verengen sich, weil sich an ihren Innenwänden Cholesterin und Kalk anlagern.

So beugen Sie vor:

  • Rauchen Sie nicht. Tabakkonsum erhöht das Risiko einer Herzerkrankung.
  • Überwachen Sie Ihren Cholesterinspiegel und sorgen Sie dafür, dass er im gesunden Bereich bleibt.
  • Bauen Sie Übergewicht ab.
  • Essen Sie herzgesunde Lebensmittel wie frisches Gemüse, Früchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Fisch. Empfehlenswert ist eine mediterrane Ernährung mit hohem Ballaststoffanteil und wenig gesättigten Fetten und Transfetten.
  • Regelmässiger Ausdauersport stärkt das Herz. Ideal sind fünf Mal pro Woche 30 Minuten Velofahren, Joggen, Schwimmen oder schnelles Gehen.

Krebs

Die Krebsarten mit der grössten Sterblichkeitsrate sind beim Mann Lungen-, Prostata- und Dickdarmkrebs. In etwa 5 bis 10 Prozent der Fälle ist die Veranlagung, an Krebs zu erkranken, angeboren. Dies bedeutet aber keineswegs, dass man das eigene Risiko nicht minimieren kann.

So beugen Sie vor:

  • Hören Sie auf zu rauchen.
  • Gehen Sie Luftverschmutzung und Chemikalien am Arbeitsplatz und zu Hause möglichst aus dem Weg.
  • Ernähren Sie sich gesund, mit fünf Portionen Gemüse und Obst pro Tag. Essen Sie weniger fettes Fleisch, dafür öfter Fisch.
  • Treiben Sie regelmässig Sport.
  • Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum auf 1 bis 2 Getränke pro Tag ein. Bei europäischen Männern wird jeder zehnte Tumor durch Alkohol verursacht. Eine internationale Studie zeigt zudem, dass das Darmkrebsrisiko bei hohem Alkoholgenuss um 60 Prozent steigt, verglichen mit Abstinenzlern.
  • Ab dem 50. Lebensjahr sind regelmässige Vorsorgeuntersuchungen des Darmes zu empfehlen, um einen möglichen Tumor frühzeitig zu erkennen. Der Nutzen von Vorsorgeuntersuchungen der Prostata ist umstritten.

Schlaganfall

Dritthäufigste Todesursache in der Schweiz ist ein Schlaganfall. Verursacht wird er durch eine verstopfte Blutzufuhr im Gehirn.

So beugen Sie vor:

  • Lassen Sie Ihren Blutdruck überprüfen. Nehmen Sie ihre blutdrucksenkenden Medikamente gewissenhaft ein, falls Sie unter Bluthochdruck leiden.
  • Wenn Sie rauchen: Hören Sie damit auf.
  • Stellen Sie Ihre Ernährung um: weniger gesättigte Fette und Kochsalz, mehr Gemüse, Früchte und frische Kräuter.
  • Bewegen Sie sich täglich.
  • Vorsicht vor Drogen: Kokain und Amphetamine sind bei jungen Menschen immer häufiger Ursache von Schlaganfällen.

Chronische Erkrankungen der Atemwege

Kaum bekannt ist, dass chronische Bronchitis und COPD (sogenannte chronisch obstruktive Lungenerkrankung) vierthäufigste Todesursache bei Männern ist. Eingeatmete Schadstoffe setzen den Atemwegen fortschreitend zu. Männer, die Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen rauchen, sterben zwölf Mal häufiger an COPD als Nichtraucher. Zudem riskieren sie Lungenkrebs. Auch Luftverschmutzung durch radioaktives Radongas, Asbest und Autoabgase schwächt die Lungen.

So beugen Sie vor:

  • Wichtigster Schritt ist der (sofortige) Rauchstopp. Je früher man aufs Qualmen verzichtet, desto grösser die Heilungschancen.
  • Raucher über 40 Jahre sollten ihre Lungenfunktion regelmässig vom Hausarzt überprüfen lassen. Wer unter hartnäckigem Husten leidet, sollte sich ebenfalls untersuchen lassen.
  • Machen Sie täglich Atemübungen und bewegen Sie sich viel. Das erhöht das Wohlbefinden und hilft, mit dem Rauchen aufzuhören.
  • Meiden Sie stark verrauchte Räume und Orte mit Feinstaubbelastung.

Diabetes

Männer, die sich einem jährlichen Check-up beim Hausarzt entziehen, können an „Altersdiabetes“ (Typ 2) leiden, ohne es zu wissen. Symptome können Sehverlust oder Erektionsstörungen sein. Diabetes verkürzt das Leben bei Männern um durchschnittlich 7,5 Jahre, weil die „Zuckerkrankheit“ – gemäss einer Langzeitstudie – das Risiko eines Herzinfarktes und Schlaganfalls drastisch erhöht.

So beugen Sie vor:

  • Achten Sie auf ein gesundes Gewicht.
  • Stellen Sie Ihre Ernährung um und reduzieren Sie ganz stark Zucker sowie Kohlenhydrate in Ihrer Ernährung. Wertvolle Tipps bietet der 50-seitige, kostenlose Online-Ratgeber „Den Typ-2-Diabetes an der Wurzel packen“ von Prof. Nicolai Worm, einem führenden Ernährungswissenschaftler: http://www.w-heinle.de/essentrinken/pdf/LOGI-Diabetesbrosch.pdf
PDF des Artikels: Auch ER kann länger leben

 Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy.