Fitness zum Minitarif

Das Spielzeug unserer Kindertage ist ein Trainingsgerät, das oft unterschätzt wird: Mit einem Springseil lassen sich Bauch, Beine, Po, Kraft, Koordination und Ausdauer gleichzeitig in Form bringen!

Was einst als Kinderspiel in Hinterhöfen, auf Pausenplätzen und Strassen beliebt war, hat sich in den vergangenen 20 Jahren zu einer offiziellen Sportart gemausert – unter der englischen Bezeichnung „Rope Skipping“.  Seilspringen ist ein sehr effizientes Ganzkörpertraining: Es kräftigt und strafft die Muskeln an Waden, Oberschenkeln, Schultern sowie Armen, während es gleichzeitig das Herz stärkt. Im Gegensatz zum Joggen trainiert es nicht nur die Beine, sondern auch den Oberkörper.

Auch die Figur profitiert: Seilspringen regt den Stoffwechsel an, verbrennt bis zu 1000 Kalorien pro Stunde und lässt Fettpölsterchen schmelzen. Zehn Minuten intensives Springen sind so effektiv wie eine halbe Stunde Joggen oder 45 Minuten Velofahren.

Seilhüpfen verbessert nicht nur die Ausdauer, sondern auch die Koordination, den Gleichgewichtssinn und die Reflexe. Es erfordert massenhaft Konzentration und Rhythmus, um die Bewegung von Armen und Beinen in Einklang zu bringen. Forscher der britischen Osteoporosis-Gesellschaft haben zudem entdeckt, dass lebenlängliches Seilspringen hervorragend vor Osteoporose schützt und den Knochenschwund minimiert.

Genial ist, dass sich das Mini-Fitnessgerät überall hin mitnehmen lässt, wo man Lust hat zu trainieren. Wer den Krimi im Fernsehen nicht verpassen will, kann sich also auch zu Hause in der Stube in Form springen.

Und so geht es: Stellen Sie sich mit geschlossenen Füssen hin, die Ellenbogen liegen direkt am Oberkörper. Springen Sie nur so hoch, dass das Seil unter den Füssen hinwegschwingen kann. Häufiger Anfängerfehler ist, zu hoch zu springen. Das Seil wird lediglich durch die Handgelenke bewegt, die Schultern sollten nicht mitschwingen.

Anfänger gehen das Seilspringen langsam an und kommen auf rund 60 Sprünge pro Minute. Hat man an Sicherheit gewonnen und ist die Kondition besser geworden, steigert man das Tempo auf 120 bis 160 Sprünge pro Minute.

Aufwärmübungen braucht es nicht, hingegen sollte man auf den Untergrund achten. Empfehlenswert sind Holzböden oder Turnhallenböden, die beim Springen leicht nachgeben. Asphalt und harte Steinböden können Bänder und Gelenke übermässig strapazieren. Im Gras und auf flauschischen Teppichen kann sich das Seil verfangen und das Training stören. Zum Springen trägt man idealerweise Sportschuhe mit Vorfussdämpfung und hohem Schaft.

Welches Seil?

Die Auswahl ist gross – es gibt sogar Springseile mit eingebautem Dreh- oder Kalorienzähler. Am besten lässt man sich in einem Sportfachgeschäft beraten. Wichtig ist die richtige Länge: Steht man mittig auf dem Seil, müssen die Seilenden (nicht die Griffe) bis unter die Achselhöhlen reichen.

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 Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy.