Langlauf: Auf ins Vergnügen!

Ob jung oder älter: Langlauf macht jeden fit! Das gelenkschonende Ausdauertraining beansprucht fast alle Muskelpartien des Körpers, stärkt das Herz-Kreislauf-System und schüttet Glückshormone aus.

Weitab vom hektischen Pistentrubel durch stille, glitzernde Schneelandschaften zu gleiten, zählt zu den schönsten Naturerlebnissen im Winter – selbst wenn die Sonne mal nicht scheint. Manche Menschen empfinden Langlauf gar als eine Art Meditation, die den Kopf frei macht und innere Harmonie beschert.

Jedem sein Tempo

Genial ist: Das winterliche Ausdauertraining kann vom Kindesalter bis ins hohe Alter betrieben werden, da sich die Belastung stufenlos dosieren lässt – entsprechend dem Fitnessgrad und dem Können. Wie beim Gehen, Walken oder Joggen hat man die Wahl zwischen gemütlichem Skiwandern, schnellerem Langlauf oder intensivem Skaten. Allen Techniken gemeinsam ist der gleichmässige Bewegungsrhythmus, der entspannt und beruhigt.

Das Gleiten auf Brettern durch tief verschneite Natur erfreut aber nicht nur die Seele. Experten sind sich einig: Skiwandern und Langlauf zählen zu den gesündesten Sportarten, die es überhaupt gibt, und sie sind praktisch frei von unerwünschten Nebenwirkungen. Verglichen mit rasantem Skifahren und Snowboarden auf oft überfüllten Pisten liegt die Verletzungsgefahr beim Langlauf tief. Die sanften, stossfreien Gleitbewegungen schonen Gelenke und Rücken, weshalb sich diese Sportart auch für ältere Semester und Übergewichtige eignet.

Gesunder Jungbrunnen

Langlauf bringt den Körper, die Linie und die Psyche gleichermassen in Form.  Zu den Vorteilen der Sportart zählen:

Wirksames Muskeltraining: Die Bewegung auf den Langlauf-Brettern, kombiniert mit dem Einsatz von Stöcken, ist ein ganzheitliches Krafttraining. Es fordert fast alle Muskeln des Körpers, stärkt von Kopf bis Fuss und bringt Beine, Arme, Po, Bauch und Rücken in Form. Insgesamt werden dabei rund 90 Prozent der Muskulatur aktiviert – weit mehr als beim Laufen (70 Prozent) oder Velofahren (65 Prozent). Die Diagonalbewegung von Armen und Beinen beansprucht insbesondere den Rücken und kann Muskelverspannungen und Rückenschmerzen mildern.

Herz-Kreislauf-System optimieren: Langlaufen bringt auch die Organe in Schwung. Herz, Kreislauf und Lunge werden gefordert, aber nicht überfordert. Die ausdauernde Bewegung an der frischen Luft trainiert den Herzmuskel, durchblutet die Lunge, vertieft die Atmung und lässt den Organismus eine Riesenportion Sauerstoff tanken. Davon profitieren auch Menschen mit Venenproblemen.

Ausdauer erhöhen: Kaum eine andere Sportart trainiert die Kondition effizienter als regelmässiger Langlauf – und dies ohne die Gefahr, die Gelenke überzustrapazieren.

Fett verbrennen: Das Gleiten auf den schmalen Latten ist kraftaufwendig, verbraucht sehr viel Energie und lässt die Fettdepots schmelzen. Im Gegensatz zum Skifahrer, der mit Sessellift oder Seilbahn hochfährt und dann die Piste hinunterdüst, bewegt sich ein Langläufer 80 bis 90 Prozent der Zeit aus eigener Kraft vorwärts. Ein sportlicher Langläufer verbraucht pro Stunde bis zu 1500 Kalorien. Beim Skiwandern sind es je nach Geschwindigkeit immerhin noch 350 bis 750 Kalorien.

Immunabwehr stärken: Wer im Winter regelmässig auf den Langlauf- Brettern steht, leidet seltener an Erkältungen und Infekten.

Belastbarer werden: Wer gestresst ist und sich nach Erholung sehnt, sollte das Skiwandern unbedingt ausprobieren. Regelmässiger Ausdauersport in einer stillen, winterlichen Landschaft erhöht die Stresstoleranz, beruhigt die Nerven und baut Aggressionen ab. Das Naturerlebnis schenkt zudem tiefe Freude.

Auch für Einsteiger geeignet

Langlauf hat einen grossen Vorteil: Die Grundtechnik ist relativ einfach und in jedem Alter zu erlernen. Wer zu Fuss gehen kann, kann auch auf Skis wandern. Für Neulinge gilt dennoch: Bevor man auf die Loipe geht, lohnt es sich, sich die richtige Technik von einem Instruktor erklären zu lassen, damit sich keine falschen oder unnötigen Bewegungsabläufe einschleichen. Zu Beginn wählt man am besten eine flache Strecke, um sich an das Laufen zu gewöhnen. Ungeübte sollten es langsam angehen lassen und nur so schnell langlaufen, dass sie sich dabei immer noch locker unterhalten können.

Das brauchen Anfänger

Wer herausfinden will, ob ihm Langlauf tatsächlich gefällt, leiht die Ausrüstung zuerst am besten in einem Sportgeschäft aus. Zahlreiche Wintersportorte bieten diesen Service an. Bei der Kleidung gilt: lieber mehrere dünne Schichten übereinander als eine extra-dicke Jacke. Direkt auf die Haut gehört Funktionsunterwäsche, die den Schweiss vom Körper wegtransportiert. Die nächste Schicht sollte aus Baumwolle, Wolle oder Fleece sein. Die äusserste, atmungsaktive Schicht muss vor Wind und Nässe schützen und darf nicht zu eng sitzen. Nicht fehlen dürfen ausserdem Mütze, Handschuhe und eine Sonnenbrille mit hohem UV-Schutz, die auch vor Zugluft schützt.

Loipen in der Schweiz

Eine Übersicht der Langlauf-Loipen in der Schweiz – inkl. Schnee-Qualität – findet man auf snow.myswitzerland.com (auf „Langlauf“ klicken)


Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy