Verjüngende Streicheleinheiten

HändeKein Körperteil wird so häufig strapaziert und gewaschen wie unsere Hände. Erhalten sie keine pflegerische Zuwendung, altern sie schneller als nötig!

Von früh bis spät sind unsere Hände im Einsatz – beim Schnetzeln von Gemüsen, beim Abwasch nach dem Essen, beim wöchentlichen Wohnungsputz, beim Jäten im Garten oder beim Windelwechseln. Je nach Beruf sind sie auch scharfen Chemikalien oder austrocknenden Desinfektionsmitteln ausgesetzt. Dazu kommen derzeit winterliche Strapazen wie trockene Heizungsluft oder beissende Kälte.

Obwohl unsere Hände fast rund um die Uhr aktiv sind, werden sie im Vergleich zum Gesicht und dem Körper meist sträflich vernachlässigt, wenn es um die Pflege geht. In der Regel erhalten sie ab und zu einen Klacks Handcreme, wenn überhaupt. Dass Hände aber auch gezielt Nährstoffe brauchen, um möglichst lange in Form zu bleiben, ist den wenigsten bewusst.

Deutliche Spuren der Hautalterung

Auch wenn unsere «Pranken» scheinbar viel aushalten: Sie sind besonders anfällig für frühzeitige Hautalterung und altern oft schneller als das Gesicht. Dies liegt daran, dass die Haut des Handrückens ebenso dünn oder gar dünner ist als diejenige unseres Antlitzes. Zudem enthält die Rückseite unserer Hände kaum polsterndes Fettgewebe in der Unterhaut und nur wenige Talgdrüsen. Nehmen Kollagen und Elastinfaser ab – was normaler Teil des Alterungsprozesses ist – sinkt der Handrücken ein. Das Resultat: Einst pralle Pfirsichhaut zerknittert, wird faltig und lässt Blutgefässe wie Knochen deutlicher hervortreten.

Dazu stressen neuere Einflüsse, die die Hautalterung beschleunigen. Wichtigste «Täter» sind einerseits UV-Strahlen, die in den vergangenen 20 Jahren aus Umweltgründen (Ozonloch) aggressiver geworden sind. Je nachdem, wie oft und wie exzessiv man seine Hände ungeschützt dem Sonnenlicht aussetzt, hinterlassen sie mehr oder weniger unschöne Pigmentflecken, die im Laufe der Jahre nachdunkeln. Eine weitere Tortur für die zarte Handhaut sind ultramoderne Putz- und Desinfektionsmittel mit keimtötenden Ingredienzien, die unsere Körperhülle unnötig auslaugen. Im Operationssaal oder auf Reisen in Ländern mit extrem tiefem Hygiene-Standard sind sie selbstverständlich ein Muss. Nicht aber in Seifen und Putzmitteln für den alltäglichen Gebrauch.

Im Trend: Anti-Aging für die Hände

Nicht umsonst heisst es: An den Händen – einer wichtigen Visitenkarte unseres Erscheinungsbildes – erkennt man das wahre Alter eines Menschen! Im Gegensatz zum Gesicht, das mit geschicktem Make-up, Hyaluron-Spritzen, Dermoabrasion oder operativem Lifting jederzeit aufgefrischt werden kann, präsentieren sich unsere Hände ungeschminkt. Sie sind deshalb auf eine hochwertige Pflege angewiesen, die sie möglichst lange jung und elastisch hält.
Was bei der Gesichtspflege seit mehreren Jahren im Fokus steht, gewinnt deshalb nun auch in der Handpflege zunehmend an Bedeutung: Gefragt sind neuerdings Handcremen, die nicht nur nähren, sondern gleichzeitig auch vorzeitiger Hautalterung entgegenwirken. Neuere Handpflege-Produkte, die in der Apotheke erhältlich sind, kommen diesem Wunsch entgegen.

Ohne regelmässige Pflege passiert wenig

Egal, ob dermokosmetische Produkte für sensible Haut, luxuriöse Hightech-Rezepturenaus dem Labor oder Cremen mit bioaktiven Pflanzenstoffen aus der Natur: Keine Handcreme bewirkt sofort Wunder! Nur wer seine Hände täglich und konsequent verwöhnt, kann Schädigungen der Haut ausgleichen und den Alterungsprozess verzögern. Je früher man mit der Pflege beginnt, desto länger bleiben die Hände zart und schön. Soll die Handcreme fortan zum treuen Pflegebegleiter werden, lohnt es sich, verschiedene Produkte auszuprobieren, bis man die Textur findet, die am meisten Wohlbefinden schenkt und auf die individuellen Pflegebedürfnisse der eigenen Hände zugeschnitten ist. Dies gilt insbesondere auch bei Erkrankungen wie Diabetes, Neurodermitis oder Schuppenflechte. Ihre Apotheke berät Sie dabei gerne!

 

Die Top Ten für junge Hände
  1. Beim Händewaschen fängt es an. Es muss nicht immer Seife sein! Häufig geht es auch ohne: Schmutz, Staub, Schweiss sowie zucker- und salzhaltige Stoffe lassen sich auch mit purem Wasser gut abwaschen.
  2. Ob hautschonendes Syndet, pH-neutrale Waschlotion, rückfettendes Handwaschöl oder anti-bakterielle Seife: Die mildeste Reinigung ist die Beste! Die hautverträglichsten Produkte für saubere Hände gibt es in der Apotheke.
  3. Wassertemperatur: Lauwarmes Wasser beim Händewaschen entzieht der Haut weniger Fett und Feuchtigkeit als heisses Wasser.
  4. Cremen, cremen und nochmals cremen: Wer seine Hände möglichst lange jung halten will, kommt nicht darum herum, ihnen täglich die Wirkstoffe zuzuführen, die ihre dünne Haut regenerieren.
  5. Der beste Zeitpunkt: Pflegestoffe ziehen am besten ein, wenn die Haut noch leicht feucht ist – sei es nach der Dusche oder nach dem Händewaschen.
  6. Richtig auftragen geht so: Einen Klacks Hautcreme auf den Handrücken drücken und ihn dann Handrücken gegen Handrücken verteilen. Anschliessend die Finger, die Fingerzwischenräume sowie die Fingernägel bzw. die Übergänge zwischen Nagel und Fingerhaut. Einige Pflegeprodukte pflegen sowohl die Hände als auch die Fingernägel.
  7. Sonnenschutz ernst nehmen: Die UV-Strahlen des 21. Jahrhunderts sind aggressiver denn je und hinterlassen hellere und dunklere Pigmentflecken auf dem Handrücken. Bester Schutz sind Handcremen mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 15 oder mehr.
  8. Schutzhandschuhe tragen: Wer beruflich oder privat regelmässig mit belastenden, gefährlichen oder giftigen Stoffen hantiert, zieht Handschuhe an, um den natürlichen  Säureschutzmantel der Haut vor unnötigen Attacken zu bewahren. Sei es bei der Haarfärbung, sei es bei der Arbeit im medizinischen Bereich, sei es bei einer gründlichen «Frühlingsputzete».
  9. Hautglättende Paraffin-Bäder bei der Kosmetikerin: Nach einem Peeling werden die Hände in ungefähr 50 Grad heisses Wachs getaucht, was vor allem in Wintermonaten ein Genuss ist und die Durchblutung fördert. Trockene, rissige Haut wird befeuchtet und aufgepolstert.
  10. Wer mehr als natürliche Handpflege wünscht, wendet sich an einen Dermatologen, der Pigmentflecken mit hautverjüngenden Laserbehandlungen reduziert oder den Handrücken mit Eigenfett aufpolstert. Aber Achtung: Der Anti-Aging-Markt ist höchst lukrativ: Nicht jeder, der seine Dienste anbietet, bringt entsprechende Erfahrung mit. Nachfragen lohnt sich!
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Deutsch: Verjüngende Streicheleinheiten
Französisch: Les petits gestes qui rajeunissent

Erschienen in: astreaAPOTHEKE, © Marie-Luce Le Febve de Vivy