Schutz vor Erkältungsfallen

Krank im BueroIm Winter lauern sie überall: Erreger, die uns krank machen. Ein paar einfache Massnahmen helfen, sich besser vor unerwünschten Bakterien- und Viren-Angriffen zu schützen.

Bereits zehn bis 30 Viren reichen aus, um eine Erkältung auszulösen. Wer weiss, wie man die Erreger auf Abstand und das Immunsystem auf Trab hält, erkrankt seltener. Hier die wichtigsten Fallen, denen Sie besser aus dem Weg gehen.

Falle 1: Menschenansammlungen

Ob im Flieger, Zug, Wartezimmer, in der Kantine oder im Kino: Wo sich viele Menschen nah beisammen aufhalten, tummeln sich auch viele Krankheitserreger. Niest der Nachbar, fliegen seine Viren mit rund 160 Stundenkilometer bis zu vier Meter weit. Um eine Erkältung einzufangen, reichen bereits wenige Viren, die sich auf der Nasenschleimhaut festsetzen.
So schützen Sie sich: Atmen Sie nicht durch den Mund, sondern durch die Nase, denn die Nasenschleimhaut kann Erreger abfangen. Regelmässige Nasenduschen mit einer Salzspülung (in der Apotheke oder Drogerie erhältlich) schwemmen die unerwünschten Mikroben weg und unterstützen die Selbstreinigungskräfte der Nasenschleimhaut. Wer auf sicher gehen will, kann einen Mundschutz tragen, was hierzulande aber unüblich ist.

Falle 2: Türklinken und Gegenstände

Erkältungsviren sind zäh und überleben problemlos drei Stunden – nicht nur auf der Haut und in der Luft, sondern auch auf Türgriffen, Telefonhörern, PC-Tastaturen, Billett-Automaten oder Kaffeemaschinen. Wer sich dann unbewusst an die Nase fasst oder die Augen reibt, riskiert eine Ansteckung.
So schützen Sie sich: Seien Sie vorsichtig, wenn Sie Gegenstände anfassen, die von zahlreichen anderen Menschen berührt werden. Die wirksamste Verteidigung gegen Mikroben-Attacken ist häufiges Händewaschen, gründlich und mit Seife. In einem amerikanischen Militärausbildungslager, wo den Rekruten befohlen wurde, die Hände fünfmal täglich zu waschen, gab es 45 Prozent weniger Erkältungen. Ausserdem: Vermeiden Sie in der Schnupfensaison – wenn möglich – das Händeschütteln.

Falle 3: überheizte, trockene Räume

In der Winterzeit verbringen wir über 90 Prozent der Zeit in geschlossenen Räumen. Trocknet die warme Heizungsluft unsere Schleimhäute aus, lässt ihr Schutzschild nach. Eindringende Krankheitserreger haben dann ein leichtes Spiel.
So schützen Sie sich: Je höher die Raumtemperatur, desto trockener die Luft. Senken Sie die Temperaturen im Büro und zu Hause auf 20 Grad, im Schlafzimmer reichen 16 bis 18 Grad. Sorgen Sie zudem für ausreichende Luftfeuchtigkeit mit einem hochwertigen Luftbefeuchter (billige Geräte sind oft Virenschleuder). Gesundheitlich ideal ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 50 Prozent. Um das Mikroben-Heer in den eigenen Wänden zu minimieren, ist auch regelmässiges Stosslüften geboten: Reissen Sie drei bis vier Mal täglich alle Fenster gleichzeitig während 5 bis 10 Minuten auf.

Falle 4: Stubenhocker

Wer kaum frische Luft schnappt und sich den ganzen Tag in geheizten Räumen aufhält und auf dem Sofa räkelt, schwächt seine Abwehrkräfte.
So schützen Sie sich: Raus ins Freie, lautet die Devise. Ob regelmässige Spaziergänge oder moderater Sport an frischer Luft: der Mix von Bewegung und Kältereiz stimuliert das Immunsystem und verbessert die Durchblutung der Schleimhäute.

Falle 5: kalte Füsse

Ansteckungsgefahr lauert auch bei eisigen Füssen. Stundenlanges Frieren im Freien zieht die Blutgefässe zusammen und verschlechtert die Durchblutung – auch im Nasen-Rachen-Raum. Die Abwehrkraft lässt nach.
So schützen Sie sich: eine Wohltat für kalte Füsse ist ein 15- bis 20-minütiges Fussbad bei ca. 40 Grad. Die Durchblutung kommt wieder in Schwung, auch in den oberen Atemwegen. Um sich besser gegen Viren zu wappnen, helfen Wechselreize zwischen heiss und kalt. Tägliche Wechselduschen und wöchentliche Saunabesuche härten ab.

Falle 6: zu viel Fast-Food

Unsere Immunzellen brauchen Vitalstoffe, um bei Kräften zu bleiben. Wer sich vorwiegend von Fertiggerichten, Hamburgern, Chips und Süssigkeiten ernährt, tankt zu wenig gesunde Nährstoffe. Die Virenabwehr verliert ihre Schlagkraft.
So schützen Sie sich: ob gelbe Peperoni, Orange, Rotkraut, oder Kiwi – buntes Gemüse und Obst steckt voller Vitamine und Antioxidantien. Auch Zink- und Echinacea-Produkte stärken die Abwehrkraft. Alkohol und Nikotin hingegen meidet man besser.

Falle 7: Schlafmangel

Um sich zu erholen, braucht das Immunsystem mindestens vier bis fünf Stunden Schlaf. Wer weniger bekommt ist anfälliger für Infektionen.
So schützen Sie sich: Lüften Sie das Zimmer vor dem Schlafengehen ausgiebig, trinken Sie einen Orangenblütentee und gönnen Sie sich sieben bis acht Stunden Schlaf.

Erschienen in GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy