Auf der Suche nach dem heimlichen Auslöser

© Kesu - Fotolia.com

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Bei chronischen Erkrankungen können alternative Laboranalysen helfen, unerkannte Störfaktoren und Mangelzustände zu erkennen und zu beseitigen, um die Selbstheilung anzuregen.

Ist die Schulmedizin mit ihrem Latein am Ende, taucht bei chronischen Leiden wie Allergien, Migräne oder einem Reizdarm oft die Frage auf: „Gibt es wirklich nichts, das mir helfen könnte, wieder gesund zu werden?“. Eine verständliche Frage. Schliesslich ist die Vorstellung, täglich Pillen oder Tropfen einnehmen zu müssen, um „gesund“ zu bleiben, keine schöne Vorstellung.

Einen möglichen Ausweg bieten komplementärmedizinische Therapien, die den Patienten ganzheitlich betrachten. Sie beschränken sich nicht darauf, Symptome zu bekämpfen, sondern versuchen, der Ursache für die Erkrankung auf den Grund zu gehen und möglichst viele Belastungsfaktoren zu beseitigen. Hilfreich dabei sind sogenannte alternative Laboranalysen. Es handelt sich dabei um Untersuchungsmethoden, die von der Schulmedizin nicht anerkannt werden, die sich aber in der Komplementärmedizin durchgesetzt haben. Gemäss dem Apotheker Dr. Philip Horsch vom Labor Ortho-Analytic AG in Rapperswil sind folgende Analysen besonders gefragt:

Haar-Mineral-Analyse (HMA): Mit Hilfe von High-Tech-Laborverfahren kann man Haare auf 21 Mineralstoffe und Spurenelemente sowie 17 toxische Schwermetalle untersuchen. Die HMA deckt allfällige Mangelzustände auf, die gezielt mit Mikronährstoffen ausgeglichen werden können.

Gesundheitscheck Darm: Die Analyse des Stuhls gibt Einblick in die Darmflora (d.h. Besiedlung durch Keime, Pilze) und Verdauungsrückstände. Sie ermöglicht Aussagen über Verdauungs- und Aufnahmestörungen, über chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Nahrungsmittel-Allergien, Blähbauch und pilzbedingte Erkrankungen.

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten: Allergien auf Nahrungsmittel sind heutzutage ein grosses Thema. Dabei muss deutlich zwischen echten Allergien – zum Beispiel auf Walnüsse oder Sellerie – und sogenannten Unverträglichkeiten – beispielsweise auf Weizen – unterschieden werden. Letztere können unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Migräne, Kopfschmerzen, Durchfall oder Hautjucken verursachen. Mit einem komplementärmedizinischen Bluttest kann ermittelt werden, bei welchen 88 Grundnahrungsmitteln der Körper verstärkt mit IgG-Antikörper reagiert. Der IgG-Test gilt als umstritten und ist wissenschaftlich noch wenig erforscht. Aus der Erfahrungsmedizin gibt es aber verschiedene Fallbeispiele, die seinen Nutzen belegen.

Kohlenhydrate-Intoleranz ist sehr weit verbreitet und häufige Ursache für Blähbauch, schmerzhaften Stuhldrang und Durchfall. Rund 15 bis 25 Prozent der Europäer leiden an Laktose-Intoleranz. Am Zunehmen ist die Fruktose-Intoleranz – einerseits weil der Zusatz von Fruktose in Fertigprodukten massiv gestiegen ist, andererseits weil zahlreiche Obstsorten durch Züchtung rund 30 Prozent mehr Fruchtzucker enthalten als vor 20 Jahren. Etwa jeder dritte Europäer baut Fruchtzucker unvollständig ab. Diese Malabsorption kann unter anderem auch depressive Stimmungsschwankungen fördern, weil die Fruktose die Tryptophan-Aufnahme behindern kann. Sowohl Laktose- wie auch Fruktose-Intoleranz können mit einem Atemgastest bestimmt werden.

Weitere beliebte Laboruntersuchungen sind:
  • Anti-Aging-Analysen, insbesondere der Hormon-Speicheltest für Frauen, der die Konzentration von Testosteron, Östradiol, Progesteron, DHEA und Cortisol aufzeigt
  • Bestimmung des Nitrostress mittels eines Urin-Tests. Krankhaft erhöhte Konzentrationen von Stickstoffmonoxid (NO) schränken die Leistung der Zell-Kraftwerke ein und führen zu einem chronischen Energiedefizit. Typische Symptome sind Hirnleistungsstörungen, chronische Müdigkeit, Muskelverspannungen oder dauerhaft hohe Cholesterinwerte.
Anbieter solcher Untersuchungen:

Eine Liste von Schweizer Ärzten und Heilpraktikern, die komplementärmedizinische Laboranalysen anbieten, existiert nicht. Naturheilpraktiker findet man allgemein über folgende Organisationen:

Kosten und Krankenkasse

Bevor Sie sich von einem Heilpraktiker oder einer Naturärztin behandeln lassen, sollten Sie Ihre Krankenkasse fragen, ob er/sie von Ihrer Krankenkasse akzeptiert wird und welche Behandlungen in welchem Umfang vergütet werden. Komplementärmedizinische Laboranalysen müssen in der Regel selber bezahlt werden.

 Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy