Strampeln Sie sich fit!

© autofocus67 - Fotolia.com

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Wer regelmässig in die Pedale tritt, bringt seinen Stoffwechsel auf Trab und tankt viel frische Luft: Velofahren lohnt sich in jedem Alter! Es macht unheimlich Spass und fördert die Beweglichkeit.

Das Velo erfreut sich hierzulande grosser Beliebtheit: In der Schweiz werden rund drei Millionen Velos regelmässig benutzt – sei es zum Einkaufen oder Arbeiten im nächsten Dorf, für eine gemütliche Familienplausch-Tour oder eine Passfahrt mit Sportlerfreunden. Voll im Trend liegen derzeit Elektrofahrräder, besser bekannt als E-Bikes. Sie animieren selbst unsportliche und ältere Menschen, sich ab und zu auf den Sattel zu schwingen und in die Pedale zu treten.

Ob für kurze Strecken oder stundenlang durch Wald und Wiesen – Velofahren ist stets gesund:

  • Es stärkt das Herzkreislauf-System, senkt den Blutdruck und reduziert das Herzinfarkt-Risiko. Beim Velofahren pumpt das Herz zwei bis drei Mal so viel Blut durch die Gefässe, zudem werden die Lungen grosszügig mit Sauerstoff versorgt.
  • Auch die Muskeln werden gekräftigt. Im Gegensatz zu Jogging und anderen Sportarten werden die Gelenke aber entlastet, da rund 75 Prozent des Körpergewichts vom Sattel getragen werden. Davon profitieren Übergewichtige und Senioren.
  • Das Körperfett wird zum Schmelzen gebracht, der Po gestrafft: Radfahren zählt zu den wirksamsten Fettkillern, vorausgesetzt man trainiert im richtigen Pulsbereich. Messen lässt sich dies mit einer speziellen Puls-Uhr (im Sporthandel erhältlich).
  • Eine dänische Langzeitstudie, bei der 30’000 Menschen über 15 Jahre beobachtet wurden, hat gezeigt: Wer täglich 30 Minuten Velo fährt, reduziert sein Risiko, frühzeitig zu sterben, um bis zu 40 Prozent.
  • Ausserdem: ausgedehntes Radeln hebt die Laune und baut Stress ab! Das Körpertraining an der frischen Luft setzt Hormone frei, die die Stimmung verbessern.

Im Sommer unterwegs

Bei sommerlichen Temperaturen arbeitet unser Organismus auf Hochtouren. Um nicht zu überhitzen, muss der Körper schwitzen. Damit der Schweiss auf längeren Fahrten nicht in den Kleidern hängenbleibt, ist funktionelle, atmungsaktive Sportkleidung zu empfehlen. Sie besteht aus Spezialfasern, die die Körperfeuchtigkeit an die Textilaussenseite leiten, wo sie schnell verdunstet. So bleiben Kleider und Körper trocken. Dies verhindert eine unnötige Abkühlung, beispielsweise bei einer anschliessenden Talfahrt mit viel Fahrtwind. Zur Ausrüstung gehören – nebst Sonnencreme und Trinkwasser – auch eine hochwertige Sportbrille, die die Augen vor Zugluft, Insekten und kleinen Steinchen schützt.

„Oben ohne“ lohnt sich nicht

Auch wenn er die Frisur zerzaust und eigenartig aussieht: Der Velohelm gehört selbst bei kurzen Gelegenheitsfahrten auf den Kopf. Bei einem Unfall stürzen Radfahrer oft Kopf voran auf einen harten Untergrund und können dabei schwere Kopfverletzungen, wie Hirnblutung oder Schädelbruch, erleiden. Internationale Forschungsarbeiten belegen, dass ein Helm das Risiko einer Kopfverletzung deutlich reduziert, jedoch nicht ausschliesst.
Eine besondere Verletzungsgefahr geht von brausenden E-Bikes aus, die deutlich schneller fahren und schwerer wiegen als herkömmliche Velos. Einerseits haben sie einen deutlich längeren Bremsweg als herkömmliche Fahrräder. Andererseits wird ihr Tempo ziemlich unterschätzt – sowohl vom Fahrer, der Fahrerin wie auch von anderen Verkehrsteilnehmern. Die Folge sind steigende Unfallzahlen. Bei schnellen E-Bikes ist das Helmtragen deshalb seit letztem Sommer obligatorisch.

Schutz für den Kopf

Helmtragen ist in: Eine Erhebung der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu hat ergeben: 44 Prozent der Velofahrer in der Schweiz tragen heutzutage einen Helm. 1998 waren es erst 14 Prozent gewesen. Bei den E-Bikes liegt die Tragquote bereits bei 75 Prozent.
Damit der Velohelm schützt, muss er korrekt getragen werden, das heisst zwei Finger breit über der Nasenwurzel, mit gestrafften Bändern. Er sitzt dann richtig, wenn er nicht drückt, aber auch nicht wackelt. Getragen werden dürfen nur Helme mit der Bezeichnung EN 1078. Weitere Infos zum Thema: www.lovevelo.ch.

E-Bikes – ein Riesentrend

Die Verkaufszahlen für Elektrofahrräder verdoppeln sich seit 2005 jedes Jahr. Bei einem E-Bike unterstützt ein Elektromotor das Vorwärtskommen, womit sich auch längere Strecken und Steigungen locker bewältigen lassen. Je nach Leistung wird zwischen „langsamen“ (bis 25 km/h, Motorleistung max. 500 Watt) und schnellen Modellen (bis 45 km/h, Motorleistung max. 1000 Watt) unterschieden. 2012 wurden knapp 53‘000 E-Bikes gekauft, jedes Vierte war ein schnelles Modell.

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy