Es grünt auf dem Teller

© Simone Vanummissen - Fotolia.com

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Küchenkräuter liegen im Trend. Sie entzücken unsere Gaumenknospen und helfen nebenbei, den Salzkonsum beim Essen zu reduzieren.

Frische Kräuter laden zum gesunden Schlemmen ein. Die grünen Kraftpakete zaubern nicht nur köstliche Aromen ins Essen – mit ihrer Vielfalt an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen fördern sie zudem unser Wohlbefinden und unsere Vitalität. Wer seinen Speiseplan regelmässig mit Küchenkräutern aufpeppt, kann Aromat und Salzstreuer getrost vom Esstisch verbannen. Mit heilsamen Nebenwirkungen: Wird der Salzkonsum auf maximal sechs Gramm pro Tag gesenkt, verringert sich das Risiko für Bluthochdruck und lebensbedrohlichen Folgekrankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Basilikum

Basilikum zaubert italienische Gaumenfreude auf den Teller. Er ist reich an ätherischen Ölen, unterstützt die Verdauung und wird am besten frisch verwendet, das heisst nicht mitgegart. Er verfeinert nicht nur die Pasta-Sauce, sondern passt auch zu Fisch, Fleisch, Geflügel, Rühreier und in Gemüsesuppen.
Tipp: schmeckt herrlich im Tomaten-Mozzarella-Salat.

Bärlauch

Der rassige Bärlauch, der ähnlich wie Knoblauch duftet, ist in der Frühlingsküche von Feinschmeckern besonders beliebt, um Salate, Suppen, Aufstriche oder Kräuterbutter zu vervollkommnen. Das aromatische Kraut enthält antibakterielle Wirkstoffe, sollte aber nicht in Übermassen genossen werden, da sonst eine Magenverstimmung droht.
Tipp: mundet vorzüglich als Pesto.

Dill

Schon die alten Ägypter und Römer liebten das würzige Kraut, das nicht nur Gurkensalat und Essiggurken aromatisiert, sondern auch Fisch- und Gemüsegerichte aufpeppt und Blähungen vorbeugen soll.
Tipp: verleiht einem Tsatsiki (griechischer Gurken-Joghurt-Salat) eine delikate Note.

Estragon

In der französischen Küche zählt der edle Estragon zu den Klassikern. Er enthält viele Bitterstoffe, die die Produktion von Magensaft anregen und die Verdauung stärken. Aufgrund seines dominanten Aromas gilt bei der Dosierung aber „weniger ist mehr“. Estragon adelt Senf und Essig und passt zu Geflügel, Fisch, Reis und in Saucen.
Tipp: ein wahrer Gaumenschmaus ist selbstgemachte Sauce Béarnaise mit Roastbeef

Kerbel

Kerbel ist reich an Vitamin A und C. Ihm wird eine blutreinigende und harntreibende Wirkung zugeschrieben. Die zarten Blättchen sind sehr empfindlich und sollten nie gehackt, sondern nur gezupft und ganz frisch (am Ende der Garzeit) verwendet werden. Sie verfeinern Fisch- und Lammgerichte, Saucen, Suppen, Salate und Kräuterquark.
Tipp: Kerbelsuppe mit pochierten Eiern servieren.

Kresse

Die pikant-scharfe Kresse enthält viel Vitamin C und wird stets roh genossen, als Zugabe zu Salaten, Suppen, Saucen oder in einem gesunden Sandwich. Kresse wirkt antimikrobiell und soll Frühjahrsmüdigkeit vertreiben.
Tipp: zum Zvieri eine Scheibe Vollkornbrot mit Magerquark, Kräutersalz und Kresse geniessen.

Majoran

Ob Schweinebraten, reichhaltige Kartoffelgerichte oder Eintöpfe mit Kohl, Bohnen, Erbsen und Linsen: Majoran wird gerne in der deftigen Küche verwendet. Dank seiner ätherischen Öle hilft er, schwere Speisen besser zu verdauen.
Tipp: Erbsensuppe mit frischem Majoran und Wienerli-Rondellen.

Oregano

Das würzige Küchenkraut gilt als natürliches Antibiotikum und regt den Appetit an. Oregano schmeckt nicht nur auf der Pizza und zu Pasta, sondern aromatisiert auch mediterrane Gemüse- und Fischgerichte.
Tipp: vegetarische Moussaka (Auberginen, Zucchetti, Kartoffeln) mit Oregano.

Peterli

Petersilie ist als Dekoration viel zu schade, denn sie ist ein wahres Wunderwerk an Vitaminen und Mineralstoffen. Die krause Variante würzt feingehackt Mayonnaisen, Kräuterquark, Kräuterbutter, Salatsaucen sowie Kartoffelgerichte und sollte nicht mitgekocht werden. Glatte Petersilie passt zu Schmorgerichten, Eintöpfen, Gemüsegerichten und leichten Bouillons.
Tipp: Pilzpfanne mit wenig Weisswein/Sherry-Essig und viel Peterli.

Minze

Das krampflösende Küchenkraut stimuliert die Gallensaftproduktion und ist in unseren Breitengraden vor allem als (Pfefferminz-)Tee bekannt. In der orientalischen Küche wird es auch verwendet, um Joghurt, Lammgerichte, Fisch und Salate aufzupeppen.
Tipp: der nordafrikanische Tabouleh-Salat (Couscous, Tomaten, Peterli) wird mit Minze zum erfrischenden Sommergenuss.

Rosmarin

Der duftende Rosmarin ist ein unkompliziertes Küchenkraut, das im Mittelmeerraum eine Hauptrolle spielt – etwa beim Grillen oder zum Würzen von Geflügel, Lammfleisch, Zucchetti und Kartoffeln. Rosmarin kurbelt den Kreislauf an und wirkt krampflösend.
Tipp: Kartoffelreste vom Vortag mit Zwiebeln und Rosmarin braten.

Salbei

Salbei ist vor allem als Heilpflanze bei Hals- oder Magen-Darm-Beschwerden bekannt. Als herb-bitteres Küchenkraut würzt es warme Gerichte wie Saltimbocca, gebratene Leber und Spaghetti mit Salbeibutter.
Tipp: Salbeimäuschen (Salbeiblätter im Bierteig) sind eine Köstlichkeit zum Aperitif

Schnittlauch

Schnittlauch strotzt vor Vitamin C und sollte immer frisch gegessen werden – sei es im Salat, Kräuterquark oder über warme Suppen und Gerichte gestreut. Er wirkt desinfizierend und verdauungsfördernd.
Tipp: Rühreier mit viel Schnittlauch sind ein gesunder Schmaus.

Thymian

Der verdauungsfördernde Thymian spielt eine Hauptrolle in der Mittelmeer-Küche und ist das klassische Kraut für (in Wein) geschmorte Fleischgerichte wie französisches Coq au vin, korsisches Stufato oder italienisches Ossobuco.
Tipp: Vegetarier setzen auf provenzalisches Gemüse-Ratatouille mit Thymian

Auf die Dosis kommt es an

Aus der Phytotherapie wissen wir, dass (Heil-)Pflanzen auf den Körper wirken – davon zeugen zahlreiche medizinische Studien. Auch Küchenkräuter beeinflussen unseren Organismus, wenn auch nicht so ausgeprägt wie Heilkräuter.
Da beim Würzen in der Regel kleine Mengen verwendet werden, sind keine Nebenwirkungen zu befürchten. Dennoch gilt auch bei Küchenkräutern: Auf die Dosis kommt es an! Wer über einen längeren Zeitraum grosse Mengen eines bestimmten Krauts konsumiert, kann seiner Gesundheit einen Bärendienst erweisen. Dies gilt etwa für Kräuter mit (starker) Heilwirkung, wenn sie zum Beispiel täglich in den Haustee gemischt werden.

Vorsicht in der Schwangerschaft!

Wehen- und menstruationsfördernde Kräuter sollten vor allem zu Beginn einer Schwangerschaft gemieden werden, da sie eine Fehlgeburt auslösen können. Als kritisch gelten folgende Küchenkräuter:

  • Basilikum
  • Bohnenkraut
  • Brunnenkresse
  • Estragon
  • Liebstöckel („Maggikraut“)
  • Majoran
  • Melisse
  • Oregano
  • Petersilie
  • Pfefferminze
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Thymian
Erschienen in astreaAPOTHEKE. © Marie-Luce Le Febve de Vivy