Vorsicht in der Sommersonne

© Monkey Business - Fotolia.com

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Sonnenstrahlen und hohe Temperaturen können unserem Organismus arg zusetzen. Um die Sommertage ohne Verdruss zu geniessen, helfen Massnahmen, die vor Sonnenbrand, Sonnenstich und Kreislaufproblemen schützen.

Sonnenstrahlen sind ein wahres Lebenselixier. Sie machen uns glücklich, stärken das Immunsystem und helfen uns, das wichtige Vitamin D zu bilden. Dennoch ist dies kein Freipass, stundenlang in der prallen Sonne zu braten: Wer es übertreibt, riskiert nicht nur einen Sonnenbrand, sondern auch einen schmerzhaften Sonnenstich oder gar einen lebensbedrohlichen Hitzeschlag.

Sonnenbrand – eine Hautentzündung

Vor etwa 30 Jahren galt ein Sonnenbrand noch als Ferien-Begleiterscheinung. Heute – im Zeitalter einer dünner werdenden Ozonschicht – ist mit übertriebenem Sonnengenuss jedoch nicht mehr zu spassen. Die Sonneneinstrahlung ist aggressiver geworden. Ihre UVB-Strahlen können der Haut schaden, indem sie eine Entzündung auslösen, die die Haut rötet, anschwellen und schmerzen lässt. Schlimmstenfalls kommt es zu einer Verbrennung zweiten Grades mit Blasenbildung. Wichtig zu wissen: Ein Sonnenbrand macht sich erst nach vier bis acht Stunden bemerkbar.
Das hilft im Akutfall: Sofort aus der Sonne gehen und die betroffenen Hautstellen kühlen – mit einer Dusche oder feuchten, nicht allzu kalten Tüchern. Um die Haut zu regenerieren, eignen sich danach Lotionen, die Aloe Vera oder Dexpanthenol enthalten (in der Apotheke erhältlich). Tabu sind stark fettende Salben oder Öle, die die Haut beim Heilen behindern. Bis der Sonnenbrand vollständig abgeklungen ist, sollten Sonne und enge Kleider gemieden werden.
Bei schwerem Sonnenbrand mit Blasen sollte der Arzt aufgesucht werden, der eine Kortisonsalbe verschreiben kann.

Sonnenstich – Überdosis an Hitze

In der prallen Sommersonne glüht nicht nur die Haut, auch Kopf und Nacken leiden mit. Schuld sind allerdings nicht die UV-Strahlen, sondern die starke Hitze, die das Gehirn und die umgebenden Hirnhäute irritiert und im Extremfall sogar entzünden kann. Typische Anzeichen sind ein meist hoch roter und heisser Kopf, Benommenheit, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen Unruhe, Brechreiz oder ein beschleunigter Puls. Der Rest des Körpers fühlt sich eher kühl an.
Das hilft im Akutfall: Sich sofort in den Schatten begeben oder zumindest den Kopf vor weiterer Überhitzung schützen. Um abzukühlen und die Symptome zu lindern, sind feuchte Handtücher um Kopf und Nacken zu empfehlen, nicht aber Eispackungen, die den Körper zu stark belasten können. Wichtig ist auch, viel Mineralwasser, Tee oder Fruchtschorlen zu trinken. Die Getränke sollten Zimmertemperatur haben und nicht eisgekühlt sein. Gegen quälende Kopfschmerzen kann ein Schmerzmittel – mit dem Wirkstoff Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen – eingenommen werden.
Bei Säuglingen, Kleinkindern sowie älteren und geschwächten Personen gilt: Bei Verdacht auf einen Sonnenstich sucht man sicherheitshalber besser einen Arzt auf.

Hitzschlag – erfordert Nothilfe

Körperliche Überanstrengung gepaart mit starker Hitze kann das Temperatur-Regulationssystem des Körpers ausser Gefecht setzen und zu einem Wärmestau führen. Gefährdet sind nicht nur Menschen, die unter der Sonne Sport treiben, sondern auch Hochofenarbeiter oder Saunabesucher, die zwischendurch zu wenig abkühlen. Während beim Sonnenstich nur Kopf und Nacken überhitzt sind, erhöht sich beim lebensgefährlichen Hitzschlag die Temperatur des ganzen Körpers auf über 40 Grad Celsius. Weitere Symptome sind Krämpfe, Bewusstseinstrübungen oder völlige Ermattung.
Das hilft im Akutfall: Den Betroffenen sofort aus der Wärme holen, den ganzen Körper mit feuchten Tüchern kühlen und umgehend den Notarzt anrufen.

Hitzebedingte Kreislaufprobleme

Ob sengende Sonne oder Bruthitze im Bus: Als Folge von zu hohen Temperaturen sind auch Kreislaufprobleme möglich. Kopfschmerzen, Schwindel, übermässiges Schwitzen, Übelkeit oder heisse Haut deuten darauf hin, dass der Körper an seine Grenzen stösst und erfrischende Erholung braucht.
Das hilft: Oberste Priorität hat das Trinken von raumtemperiertem Mineralwasser, isotonischen Getränken oder Fruchtschorlen, um den hitzebedingten Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen, der zu Herz-Kreislauf-Problemen führen kann.
Bei Schwindel legt man sich am besten hin, mit hochgelagerten Füssen, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Ist dies nicht möglich, gilt: sich entweder hinsetzen oder hin- und hergehen bzw. mit den Füssen auf- und abwippen (zum Beispiel in einer Warteschlange).

Vorbeugen ist besser als heilen:
Die 10 wichtigsten Regeln
  1. Das A und O ist ausreichendes Trinken. An heissen Tagen braucht Ihr Körper mindestens einen halben Liter Wasser zusätzlich.
  2. Wer stark schwitzt, gleicht den Mineralstoffverlust mit elektrolythaltigen Getränken aus – wie Mineralwasser, Fruchtschorlen und isotonischen Getränken. Oder mit einer gesalzenen Tomate.
  3. Schützen Sie Ihren Kopf mit einem leichten, hellen Hut oder Tuch, das die Sonnenstrahlen reflektiert.
  4. Tragen Sie luftige, lockere Kleidung aus Baumwolle oder Leinen. Zu enge Kleider oder nicht atmungsaktive Synthetikstoffe verhindern, dass der Schweiss verdunsten kann, was den Körper überhitzt.
  5. Gönnen Sie sich aktive Abkühlung. Sei es mit einem feuchten Tuch, einem leckeren Glace oder einem Ventilator am Arbeitsplatz.
  6. Nehmen Sie den Sonnenschutz ernst: Cremen Sie sich eine halbe Stunde vor dem „Sünnele“ ein – und zwar ausgiebig! Und wiederholen Sie die Prozedur spätestens alle zwei Stunden sowie nach dem Schwimmen.
  7. Wählen Sie lieber ein zu hohen als zu tiefen Lichtschutzfilter.
  8. Ein zu viel an Sonnenstrahlen lässt die Haut frühzeitig altern. Regelmässig braun wird man auch im Schatten – unter einem Sonnenschirm oder Baum.
  9. Meiden Sie die pralle Sonne während der Mittagszeit (von 11 bis 15 Uhr).
  10. Schonen Sie sich an Hitzetagen und vermeiden Sie unnötige Anstrengungen.

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy