Ein Bauch wie ein Luftballon

© Kaarsten - Fotolia.com

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Ein dicker Blähbauch ist zwar selten gefährlich, aber trotzdem sehr unangenehm. Ursache sind meistens schwer verdauliche Mahlzeiten, die die Gasproduktion im Darm übermässig verstärken.

Jede und jeder kennt das Phänomen: Ab zu bläht sich der Bauch derart auf, dass man das Gefühl hat, nächstens zu platzen. In solchen Momenten wird jeder „Puups“, der dem Darm entweicht, als wahre Erleichterung erlebt – auch wenn das „Gas-Ablassen“ manchmal mit unangenehmen Gerüchen einhergeht und die unmittelbare Umgebung belästigt. Fest steht: Es handelt sich um eine Selbsthilfe-Massnahme des Darms, der sofortige Entlastung sucht.
Zahlreich sind die Gründe, weshalb sich in unserem Darm schwefelhaltige Winde bilden. Hinter „Flatulenz“ – so der medizinische Begriff für Gär- und Faulgase, die unserem Darm entweichen – stecken meistens harmlose Gründe und eher selten ernsthafte Krankheiten.

Wie kommt es zu Blähungen?

Verursacher sind in der Regel falsche Ernährung und unvorteilhafte Gewohnheiten. Ein Blähbauch entsteht entweder durch Verschlucken von Luft (Aerophagie) oder wenn sich zu viele Gase im Darm bilden. Ersteres ist der Fall, wenn man Kohlensäurehaltiges trinkt, ständig Kaugummi kaut oder hastig isst: Wer beim Essen schlingt, schluckt doppelt so viel Luft wie normalerweise.
Als Hauptverursacher für Darmgase gelten schwer verdauliche Nahrungsmittel. Dazu zählen etwa Kohl, Hülsenfrüchte, rohe Zwiebeln, Lauch, zu viel Rohkost, unreife Früchte, Rosinen, sehr frisches Brot, ballaststoffreiche Vollkornprodukte, in Fett Gebackenes oder fette, geräucherte Fleischwaren.
Gärprozesse werden aber auch durch Speisen ausgelöst, von denen man es weniger ahnt. Dies geschieht vor allem dann, wenn konzentrierte Kohlenhydrate (aus Weissmehl oder Zucker) und tierisches Eiweiss aufeinandertreffen. Diese Erkenntnis veranlasste den Mediziner William Howard Hay zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die Trennkost zu begründen. Bei dieser Ernährungsform werden proteinhaltige und kohlenhydrathaltige Lebensmittel nicht zur gleichen Mahlzeit verzehrt.
Auch grössere Dosen an Zuckeraustauschstoffen, wie man sie in Light-Produkten und –Limonaden findet, können den Darm in Aufruhr bringen. Bei den Medikamenten sind es insbesondere Antibiotika sowie manche Schmerzmittel, die die Darmflora aus dem Gleichgewicht kippen und die Gasbildung anregen.

Wann muss ich zum Arzt gehen?

Gase, die beim Verdauen entstehen, treten normalerweise ins Blut über und werden über die Lungen abgeatmet. Blähungen entstehen erst, wenn unser Organismus übermässig Darmgase produziert. Dies passiert hin und wieder und ist kein Grund zur Sorge. Hält die Flatulenz allerdings über eine längere Zeit an und tauchen gleichzeitig starke Bauchschmerzen, Erbrechen oder häufiger Durchfall auf, lohnt es sich, den Arzt aufzusuchen. Hinter Blähungen können auch Unverträglichkeiten auf Laktose, Gluten, Fruktose oder Histamin stecken. Oder Erkrankungen wie ein Reizdarmsyndrom, Nahrungsmittelallergien, Schwäche der Bauchspeicheldrüse, Darmverschluss oder Darmkrebs.

Das entlastet den Darm

Ein paar einfache Massnahmen und Hausmittel helfen, Blähungen vorzubeugen und Darmgase zu minimieren:

  • Auslöser meiden: Wer weiss, welche Nahrungsmittel er schlecht verdaut, lässt sie besser weg. Bei Hülsenfrüchten gilt: mindestens zwölf Stunden einweichen und lange kochen.
  • Gewürze und Tees: Gewürze wie Kümmel, Fenchelsamen, Anis, Majoran, Kurkuma oder Koriander fördern die Verdauung.
  • Gründlich kauen und einspeicheln ist die halbe Miete, um Blähungen vorzubeugen.
  • Zum Essen nicht trinken: Um die Verdauung nicht zu verwässern, sollte während der Mahlzeit (und bis eine Stunde danach) möglichst nichts getrunken werden, vor allem keine kohlensäurehaltigen Getränke.
  • Wärme zufügen: eine Bettflasche oder ein warmer Wickel auf dem Bauch entspannt den Darm.
  • Selbst-Massage: ist der Bauch gebläht, freut er sich über eine Massage. Kreisen Sie mit flacher Hand im Uhrzeigersinn über den Bauch.
  • Stress abbauen: übermässige Strapazen schlagen auf den Darm. Hilfreich sind regelmässige Entspannungsübungen oder ein Verdauungsspaziergang nach dem Essen.
Entschlackungskur für den Darm

Als Zentralstelle unseres Körpers ist der Darm mit unzähligen Aufgaben beschäftigt. Dazu zählen in erster Linie die Verwertung der Nahrung sowie das Instandhalten unserer Abwehrkräfte, deren „Hauptsitz“ bekanntermassen im Darm liegt. In unseren Eingeweiden entscheidet sich, ob die gegessenen Vital- und Nährstoffe – wie lebensnotwendige Aminosäuren, Vitamine und Spurenelemente – vollwertig ausgewertet werden können, um unserer Gesundheit zu dienen.
Verarbeitete Nahrungsmittel wie Fertigpizza, Gewürzmischung oder Salami enthalten in der Regel zusätzliche Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe. Gepaart mit Genussgiften, Medikamenten, Stress und mangelnder Bewegung, setzen sie der Darmflora zu und bringen sie aus dem Lot. Aus Sicht der Naturheilkunde empfiehlt es sich deshalb, den Darm von Zeit zu Zeit zu reinigen – als Teil der Körperhygiene. Ziel der mehrwöchigen Kur ist einerseits das Lösen von Schleimschichten und Ausleiten von Schadstoffen, die sich im Darmtrakt angesammelt haben. Andererseits werden gesundheitsfördernde Bakterienstämme zugeführt, via Kapseln oder Pulver. Zur Wahl stehen verschiedene Massnahmen – wie etwa eine Colon-Hydro-Therapie in einer Gesundheitspraxis – sowie natürliche Produkte zum Einnehmen aus Apotheke, Drogerie und Online-Shops.

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy