Gegen Warzen hilft auch Geduld

© zamphotography - Fotolia.com

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So schnell man sie sich holt, so schwierig ist es, sie wieder loszuwerden: Warzen können ganz schön hartnäckig sein! Die Frage ist, was mehr bringt: geduldig abwarten oder gezielt verarzten?

Schneckenschleim bei Vollmond, Abdecken mit Klebeband, mit Rizinusöl einreiben, Betupfen mit dem Saft eines Schöllkrautblattes, häufiges Abreiben mit trockener Seife oder die Warzen gar durch einen Heiler „besprechen“ lassen: Unzählig sind die Hausmittel, die empfohlen werden, um die kleinen, lästigen Wucherungen loszuwerden, die sich in unserer Körperhaut einnisten können. Manchmal nützen diese natürlichen Massnahmen, um unerwünschte Warzen aufzulösen, meistens aber nicht. Das einzige Naturheilmittel, das Erfolg verspricht, ist Teebaumöl – so zumindest das Ergebnis von wissenschaftlichen Test-Versuchen im Reagenzglas.
Tatsache ist: Die millimeterkleinen bis erbsengrossen Warzen sind rätselhafte Gebilde, für die es bisher kein Patentrezept gibt, um sie mit Sicherheit loszuwerden. Sie können jahrelang plagen, können aber genauso wieder spontan verschwinden. Selbst die hochmoderne Schulmedizin kennt keine sicheren Heilmittel.

Viren sind Verursacher

Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die durch Viren verursacht und durch direkten Kontakt oder Hautschüppchen übertragen werden. Ist die schützende Hautschutzbarriere geschwächt – sei es durch sehr trockene, aufgeweichte oder verletzte Haut – können die Viren leicht in die Haut eindringen. Und sich verbreiten und wuchern, falls das Immunsystem entkräftet ist oder noch nicht gelernt hat, sich zu wehren (bei Kleinkindern). Bekannt sind bisher rund 90 verschiedene Virustypen, die Warzen auslösen können.

Zu den häufigsten Warzen-Typen zählen:

  • Gewöhnliche Warzen, auch Stachelwarzen genannt, spriessen hauptsächlich an Händen, Fingern und Füssen. Sie treten zuerst als harte, sich vorwölbende Knötchen auf und verhornen dann. Oft bilden sie im umliegenden Bereich Tochterwärzchen. Die Viren werden durch Schmierinfektion (d.h. durch Berührung) übertragen. Darum ist das Ansteckungsgefahr recht gross.
  • Dellwarzen zeigen sich meist als kleine perlenähnliche Knötchen. Sie können überall am Körper vorkommen und treffen vor allem jüngere Kinder, deren Immunsystem noch nicht voll ausgereift ist. Übertragen wird der Virus häufig an feuchten Orten, wie im Schwimmbad oder in Umkleidekabinen.
  • Dornwarzen sind einzeln stehende Warzen, die vorwiegend an der Fusssohle vorkommen und mit einem dunklen Pünktchen versehen sind. Sie können sehr schmerzhaft sein, da sie nach innen wachsen und bei jedem Schritt das gesamte Körpergewicht drauf drückt. Übertragungsort sind nass-warme Orte und öffentliche Räumlichkeiten wie Schwimmbäder, Duschen, Fitnessstudios oder Turnhallen.
  • Feigwarzen entstehen vorwiegend im Genitalbereich und in der Afterregion. Sie sind rötlich, grau-bräunlich oder weisslich und können sich bei geschwächtem Immunsystem zu blumenkohl-artigen Gebilden ausweiten. Sie werden in der Regel durch sexuellen Kontakt übertragen, ganz selten auch indirekt, etwa durch ein gemeinsam genütztes Handtuch.

Was tun?

Gesundheitlich gesehen sind Warzen nicht gefährlich, sie sind aber (hoch) ansteckend und können sich vermehren. Zudem werden sie oft als unschön empfunden. Ob man sie behandelt oder einfach in Ruhe lässt, hängt vom persönlichen Leidensdruck ab – wie beispielsweise stechenden Schmerzen an den Fusssohlen oder allfälligem Juckreiz.
Warzen können von selbst, d.h. ohne therapeutische Behandlung, wieder abklingen. Da die Spontanheilungsrate relativ hoch ist, ist es schwierig zu wissen, welche Therapieverfahren wirklich nützen und welche nicht. Tatsache ist: Rund 40 % der Warzen heilen innerhalb von zwei Monaten von selber ab, nach zwei Jahren sind es 65 Prozent.
Der Hautarzt bietet verschiedene Behandlungsmöglichkeiten an, wie Ausschaben, Vereisen mit flüssigem Stickstoff, chirurgische Entfernung oder Abtragung durch einen Laser. Medikamentös kommen Salizyl- oder Milchsäure zum Einsatz, um die verhornte Haut aufzuweichen. Die effektive Heilungsquote lässt sich schwer messen, sie soll zwischen 30 und 90 Prozent liegen.

Alterswarzen sind etwas anderes

Sie sehen ähnlich aus wie schwarzer Hautkrebs, werden im Volksmund als Warzen bezeichnet, sind aber beides nicht: sogenannte Alterswarzen – medizinisch Seborrhoische Keratose genannt – sind altersbedingte Hautveränderungen, die etwa ab dem 40. Lebensjahr entstehen. Die gutartigen, hellbraunen bis schwarzen Hautwucherungen lassen sich im Gegensatz zu Warzen problemlos entfernen. Wichtig ist, dass der Arzt vorerst genau untersucht, ob es sich tatsächlich um eine Alterswarze oder um beginnenden Hautkrebs handelt.
Wie herkömmliche Warzen werden Alterswarzen bei örtlicher Betäubung vereist, abgeschabt oder mittels Laser abgetragen.

Die besten Schutzmassnahmen
  • Halten Sie Ihr Immunsystem in Form.
  • Lassen Sie Ihre Haut nicht austrocknen. Hilfreich sind Ölbäder und reichhaltige Körpercremes.
  • Benützen Sie keine Frottierwäsche von einer Person, die Warzen hat.
  • Desinfizieren Sie Füsse (und evtl. Hände) nach dem Besuch einer öffentlichen, warm-nassen Örtlichkeit.
Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy