Mit Öl entschlacken

© EcoPim-studio - Fotolia.com

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Frühling ist Entschlackungszeit. Wer sich mit Fasten nicht anfreunden kann, versucht es mit einer Ölzieh-Kur. Die uralte Entgiftungsform aus dem 
Ayurveda stärkt die Mundgesundheit und fördert die Selbstheilungskräfte.

Aus der Naturheilkunde ist bekannt: Zu viel ungesundes Essen, Stress und Umweltgifte (inklusive Rauchen) belasten unsere Gesundheit. Ist der Organismus nicht mehr in der Lage, die Toxine auf natürlichem Weg auszuscheiden, lagern sie sich als «Schlacken» im Körper ab und ebnen den Weg für sogenannte Zivilisationskrankheiten. Wer sich etwas Gutes tun will, gönnt sich deshalb von Zeit zu Zeit eine Entschlackungskur.
Die jahrtausendealte Ayurveda-Medizin kennt eine reinigende Methode, die auch heutzutage in der indischen und russischen Volksheilkunde verbreitet ist: 
Mit dem sogenannten Ölziehen, auch Ölschlürfen genannt, sollen sich unzählige Krankheiten nachhaltig heilen lassen – von Allergien, Arthrose über chronische 
Müdigkeit, Migräne bis zu Schlafstörungen und Schuppenflechte.
Vor gut 20 Jahren stellte der 
russische Arzt Dr. Fedor Karach die einfache und kostengünstige Selbsthilfemethode an einem Kongress vor. Ihm selber hatte sie offenbar geholfen, sich von einer chronischen Blutkrankheit und von Arthritis zu befreien. Sein Vortrag machte das Ölziehen in westlichen Ländern bekannt.
Auch wenn bisher noch kaum wissenschaftliche Studien existieren, die die entgiftende Wirkung des Ölschlürfens belegen, so steht doch fest: Es fördert die Gesundheit im Mund- und Zahnraum. Regelmässig praktiziert soll es dazu beitragen, Zahnstein zu 
mindern, das Zahnfleisch zu 
stärken, Karies vorzubeugen und Mundgeruch zu bekämpfen.

Wieso kann Öl entgiften?

Ölziehen ist sicher kein Wunderheilmittel. Dennoch darf die entgiftende Wirkung nicht unterschätzt werden. Denn in unserem Mundraum geschieht einiges! 
Die Mundschleimhaut hat nicht nur die Aufgabe, Nahrung ein­zuschleimen und die Verdauung zu erleichtern. Sie spielt auch eine wichtige Rolle beim Entgiften: Über ihre Drüsen gelangen Schadstoffe aus Blut und Lymphe in den Mundraum.
Beim Ölziehen passiert ein interessanter Vorgang: Indem das 
Öl im gesamten Mundraum und zwischen den Zähnen hin- und hergezogen wird, emulgiert es. Das heisst: Es entsteht ein Öl-
Wasser-Gemisch, das sowohl fettlösliche wie auch wasserlösliche Abfälle bindet. Da der Körpermüll vor allem nachts in die Mund­höhle gelangt, sollte das Ölschlürfen jeweils morgens, gleich nach dem Aufstehen erfolgen.

So funktioniert es

  • Nehmen Sie mindestens 1 Teelöffel, besser 1 Esslöffel kalt­gepresstes (Bio-) Öl in den Mund. Ob Sonnenblumen-, Sesam- oder ein anderes pflanzliches Öl: Wichtig ist, dass es sich um eine hochwertige Qualität handelt.
  • Halten Sie das Öl ständig in Bewegung, indem Sie es zwischen den Zähnen durchsaugen, hin- und herziehen, daran kauen und lutschen. Ziel ist, dass das Öl auch in Zahnfleischtaschen und in die hintersten Winkel des Mundraums gelangt, um versteckte Bakterien zu eliminieren.
  • Wie lange die Prozedur dauern soll, ist nicht ganz klar festgelegt. In der Regel werden 20 Minuten empfohlen. Die Biologin Birgit Frohn, Autorin des Ratgebers «Die Ölzieh-Kur – einfach und wirksam entgiften», beschreibt es so: Tränen in den Augen sowie 
leichtes Laufen der Nase sind 
ein Zeichen, dass das Ölziehen wirkt. Um dies zu erreichen, 
reichen bei manchen Menschen bereits fünf Minuten.
  • Spuckt man das Öl aus, sollte 
es milchig-weiss sein. Ist es grün-gelb, war die Behandlung zu kurz.
  • Nach dem Ausspucken wird der Mundraum gründlich mit warmem Wasser gespült.

Die Ölzieh-Kur sollte mindestens eine Woche lang täglich durchgeführt werden, damit man davon profitieren kann. Bei chronischen Erkrankungen kann sie ein Jahr oder länger dauern. Als Präventiv-Massnahme 
eignen sich regelmässige Kuren von vier bis sechs Wochen – 
jeweils im Frühling und Herbst.

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy