Wie gut tut ein Luxus-Schmaus?

© epitavi - Fotolia.com

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Edle Delikatessen, die an Festtagen aufgetischt werden, haben oft einen ausgeprägten Geschmack. Man schwärmt davon oder mag sie überhaupt nicht. Wie aber wirken sich die teuren Leckerbissen auf die Gesundheit aus?

Im Supermarkt, im Feinkostladen oder beim Metzger werden derzeit lukullische Spezialitäten für die Feiertage angeboten. Es hat Tradition, seine Liebsten und besten Freunde zwischen Weihnachten und Sylvester mit kulinarischen Genüssen zu verwöhnen. Fragt sich nur, ob man damit auch ihrer Gesundheit einen Gefallen tut! Lassen Sie sich überraschen:

Arganöl

Das kostbarste Öl der Welt stammt von den Früchten des Arganbaums. Der „Baum des Lebens“ wächst ausschliesslich im Südwesten Marokkos und gilt als Anti-Aging-Geheimtipp. Die Samen enthalten  reichlich zellschützendes Vitamin E, das freie Radikale abwehrt und die Hautalterung verlangsamt. Zudem besteht es zu rund 80 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren, die Entzündungen mindern und das Herz, den Kreislauf und das Immunsystem stärken.

Austern

Das kalorienarme Kraftpaket ist nicht nur fettarm und reich an hochwertigem Eiweiss. Die Edelmuscheln weisen zudem einen extrem hohen Zink-Gehalt auf, die das Immunsystem kräftigen. Zink setzt ausserdem Testosteron frei: darum gelten Austern auch als potenzsteigerndes Aphrodisiakum. Der legendäre Casanova soll täglich 50 Stück davon vertilgt haben.

Champagner

Der prickelnde Schaumwein bringt gemäss wissenschaftlichen Studien nicht nur den Kreislauf in Schwung. Er soll dank seiner Polyphenole (Pflanzenstoffe) auch hohen Blutdruck senken, dem Herz guttun und vor Gedächtnisverlust (Demenz) schützen. Wie bei allen alkoholischen Getränken gilt, dass weniger mehr ist. Es sollten pro Tag nicht mehr als 1 bis höchstens 3 dl sein. Übermässiger Genuss raubt dem Körper viele Vitalstoffe.

Entenbrust

Der Wasservogel zählt wie Poulet und Truthahn zum sogenannten „weissen“ Geflügelfleisch, das gesünder sein soll als „rotes“ Fleisch (wie Schwein, Rind, Kalb oder Lamm). Es gibt Studien die zum Schluss kommen, dass Entenfleisch das Risiko für Herzkreislauferkrankungen reduziert und einen zu hohen Cholesterinspiegel minimiert, weil Entenfett weniger gesundheitsschädliche Fette enthält als Butter. Auf der sicheren Seite ist, wer die dicke Fettschicht der Entenbrust vor dem Verzehr entfernt.

Gold

Das Edelmetall gilt seit Urzeiten als beliebtes Medikament, beispielsweise bei Rheuma oder in der Homöopathie bei Angstzuständen sowie Depressionen. Mit Blattgold lassen sich Speisen kostbar veredeln, von der Suppe bis zur Praline. Für die Dekoration verwendet man hauchdünn ausgewalzte Goldfolien. Das geschmacksneutrale Blattgold ist als völlig unbedenklicher Zusatzstoff unter der Nummer E 175 zugelassen.

Kaviar

Die schwarz schimmernden Perlen sind extrem teuer, was vielleicht auch besser ist. Denn die Eier des Störs sollten trotz hochwertigem Eiweiss und herzschützenden Omega-3-Fettsäuren nur in Mini-Mengen genossen werden. Die Delikatesse kann den Cholesterinspiegel in die Höhe treiben, ist reich an gichtfördernden Purinen und strotzt vor Salz. Gut zu wissen: Seit einigen Jahren gibt es Schweizer Zuchtkaviar von sibirischen Stören, die in Frutigen in reinem, warmem Bergwasser gedeihen.

Jakobsmuscheln

Das schneeweisse, feine und zarte Muskelfleisch der edlen Jakobsmuschel ist prallvoll an Proteinen, Omega-3-Fettsäuren und Zink. Zudem ist es kalorien- und fettarm. Eine herzgesunde Gaumenfreude, die man mit gutem Gewissen servieren kann und die auch Personen schmeckt, denen vor Austern und Miesmuscheln graut.

Safran

Das teuerste Gewürz der Welt wird in Handarbeit gewonnen: die orange-roten Stempelfäden der Krokus-Art “Crocus sativus“ galten schon in der Antike als Luxusgut. Safran soll die Verdauung und den Kreislauf anregen und stimmungsaufhellend wirken. Schwangere verzichten aber besser auf Safran, da es (in hohen Dosen) eine Fehlgeburt auslösen kann.

Trüffel

Die Diamanten unter den Pilzen wirken mit ihrer schwarzen, warzenartigen Aussenhülle nicht besonders attraktiv. Dafür betört ihr Innenleben umso mehr und verwandelt eine Suppe oder Pasta in ein lukullisches Luxusgericht. Die Edelpilze entzücken nicht nur den Gaumen, sondern punkten auch mit gesunden Nährstoffen wie Eiweiss und hohen Mengen an Eisen und Ballaststoffen. Da Trüffel aber nur in kleinen Würzmengen genossen werden, fällt ihr gesundheitlicher Nutzen klein aus.
Als „Geheimtipp“ gelten Herbst- oder Burgunder-Trüffeln aus der Schweiz, die etwas preiswerter sind als die exklusiven Perigord- und Alba-Trüffeln.

Wagyu (Kobe) Rind

Bei Spitzenköchen gilt das Fleisch vom sagenumwobenen Kobe-Rind aus Japan als das schmackhafteste und zarteste der Welt. Die Qualität hängt insbesondere von der speziellen Fütterung und der einzigartigen Fettmarmorierung ab. Das Fleisch von Wagyu-Rindern – so heissen sie in der Schweiz – enthält weit weniger gesättigte Fettsäuren als herkömmliches Rindfleisch und ist reich an ungesättigten Fettsäuren (Omega 3 und 6). Diese Fettsäuren können erhöhte Cholesterinwerte reduzieren und somit das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen senken. Der gesunde Genuss hat allerdings seinen Preis: 1 Kilo hochwertiges Wagyu-Rindfleisch kostet je nach Herkunft zwischen 200 und 500 Franken.

 

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy