Gruseln hält schlank

© lassedesignen – Fotolia.com

© lassedesignen – Fotolia.com

Die kalten Feier- und Ferientage verleiten dazu, häufiger als üblich vor dem TV zu relaxen. Doch aufgepasst: Gewisse Filme verführen dazu, übermässig zu naschen! Andere halten eher schlank. Sagt die Wissenschaft!

Im Kampf gegen überflüssige Pfunde kommen Forscher manchmal auf spezielle Ideen. So wissen Wissenschaftler der Universität von Westminster (GB) in einer Studie nachwiesen, dass das Schauen von Horrorfilmen bis zu 184 Kalorien verbrennt.  So viel wie beispielsweise 45 Minuten Staubsaugen oder 30 Minuten Walking.
Der Grund fürs zusätzliche Kalorienschmelzen sind die starken Emotionen, die in deftigen Schock- und Schreckmomenten ausgelöst werden. Wie etwa im altbekannten Psychothriller „Shining“, als der irre Schriftsteller Jack seine Frau mit der Axt verfolgt.
Bei Angst schüttet unser Körper das Stresshormon Adrenalin aus, das den Puls nach oben schnellen lässt, die Atmung verstärkt und den ganzen Organismus in Alarmbereitschaft setzt, um im Notfall fliehen oder kämpfen zu können. Dies ist ein angeborener Mechanismus, der von Experten „Fight-or-flight“ (englisch: Kampf oder Flucht) genannt wird. Je höher der Puls ist, desto mehr Kalorien verbrennt man.
Das Ganze wirkt allerdings nur, wenn man bei den Horrorszenen nicht wegschaut oder die Hände vor die Augen schlägt. Also nichts für Zartbesaitete!
Auch Liebesfilme können Emotionen auslösen, die das Herz schneller schlagen lassen können. Dies aber in schwächerer Form, da es sich um positive Gemütsbewegungen handelt.

Vorsicht vor Dauer-Emotionen

Wer nun auf die Idee kommt, das übermässige Festtagsschlemmen mit  einer Horrorfilm-Diät auszugleichen, indem er sich einen furchteinflössenden Film am andern reinzieht, sollte allerdings bedenken: Von Fussball-Weltmeisterschaften weiss man, dass es vermehrt zu Herzinfarkten kommt, da die andauernden Emotionen den Puls und Blutdruck zu hoch steigen lassen.

Figurfalle Actionfilme

Was für Horrorfilme gilt, trifft für ein anderes beliebtes Filmgenre, die Actionfilme, gar nicht zu: Filme wie „Stirb langsam“, „Terminator“ oder „Indiana Jones“ können dick machen, weil sie zum Naschen verleiten. Wissenschaftler der Cornell University (USA) haben herausgefunden, dass mehr gefuttert wird, wenn im Fernsehen etwas Spannendes läuft. Für ihr Experiment zeigten sie den 94 Probanden während 20 Minuten Ausschnitte aus unterschiedlichen TV-Programmen. Allen Studienteilnehmern wurden die gleichen Snacks – Gebäck, M & M, Rüeblis und Trauben – in grosszügigen Mengen aufgetischt. Und siehe da: je intensiver das TV-Erlebnis, desto mehr wurde schnabuliert.

  1. Diejenigen, die 20 Minuten lang ein ruhiges TV-Interview schauten, verzehrten im Schnitt 104 Gramm Snacks (215 Kalorien).
  2. Wer den Actionfilm „Die Insel“ ohne Ton sah, naschte im Schnitt 142 Gramm Snacks (315 Kalorien).
  3. Wer „Die Insel“ mit Ton zu sehen bekam, vertilgte im Schnitt 207 Gramm Snacks (354 Kalorien).

Das heisst: diejenigen, die den rasanten Actionfilm erlebten, assen doppelt so viele Snacks wie diejenigen, die die ruhige Talkshow sahen. Und verschlangen innerhalb von 20 Minuten ganze 240 Kalorien mehr.

Als Ursache sehen die Forscher, dass Actionfilme eher schnell und abwechslungsreich geschnitten sind. Sie ziehen die Zuschauer stärker in den Bann und lenken davon ab, wie viel man nascht. Man achtet nicht mehr darauf, wie viel man sich in den Mund stopft und schon ist die Chips-Tüte oder Guetsli-Packung leer.
Dieser Effekt hat aber auch eine „gute“ Seite: Genascht wird dabei immer das, was gerade in Reichweite ist. Wer sich also vor zu viel Ungesundem schützen will, kann sich einfach Gemüse-Stängeln oder einem Vitaminteller mit Fruchtschnitzen bereitstellen.

Lachen hält fit

Und wie sieht es mit Komödien aus? Auch dazu gibt e seine Untersuchung: Forscher der Vanderbilt University, Nashville (USA) zeigten mehrere Video-Clips und zeichneten auf, wie sich Lachen auf den Kalorienverbrauch auswirkt. Das Resultat: Wer lacht, verbrennt in zehn Minuten bis zu 50 Kalorien. Vorausgesetzt es handelt sich um echtes Gelächter und nicht um ein gekünsteltes Lächeln.

 

Top Ten der kalorienfressenden Horrorfilme

Nicht jeder Horrorfilm verbrennt die gleiche Menge an Kalorien. Die nachfolgenden gelten als besonders wirksam:

  1. The Shining (GB, 1980): 184 Kalorien
  2. Der weisse Hai (USA, 1975): 161 Kalorien
  3. Der Exorzist (USA, 1973): 158 Kalorien
  4. Alien (USA/GB, 1979): 152 Kalorien
  5. Saw (USA 2004): 133 Kalorien
  6. A Nightmare on Elm Street (US 2010): 118 Kalorien
  7. Paranormal Activity (USA 2007): 111 Kalorien
  8. The Blair Witch Project (USA 1999): 107 Kalorien
  9. Blutgericht in Texas (USA 1974): 105 Kalorien
  10. [Rec] (Spanien 2007): 101 Kalorien

 

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy