Schmerzmittel aus der Natur

© Piotr Marcinski
© Piotr Marcinski

Chronische Schmerzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen weltweit. Meist werden sie durch Entzündungen ausgelöst. Als Alternative zu Schmerzmitteln eignen sich auch natürliche entzündungshemmende Wirkstoffe.

Ob Arthritis, Fibromyalgie, Migräne oder Rückenbeschwerden: Chronische Schmerzen sind eine wahre Volksplage! Weltweit leiden rund 1,5 Milliarden Menschen daran, in der Schweiz sind es über eine Million Betroffene. Um ihren Alltag zu bewältigen, greifen Betroffene deshalb zu mehr oder weniger starken Schmerzmitteln. Den wenigsten ist allerdings bewusst, dass der ständige Griff zu schmerzdämpfenden Medikamenten – auch wenn sie rezeptfrei erhältlich sind – gesundheitsschädigende Nebenwirkungen mit sich bringen. Sie können beispielsweise das Risiko für Magenblutungen und Herzinfarkte erhöhen, da sie körpereigene Schutzhormone hemmen.
Bei Kopfschmerzen ab und zu ein Schmerzmittel zu schlucken stellt selbstverständlich keine Gefahr dar. Anders sieht es aus, wenn andauernd Schmerzpillen geschluckt werden. Hier lohnt es sich, sich nach natürlichen Alternativen umzusehen. Da Schmerzen häufig von Entzündungen ausgelöst werden, lassen sich die Schmerzen lindern, indem man den Entzündungsprozess eindämmt. Zu den natürlichen Entzündungshemmern zählen folgende Wirkstoffe:

Arnika

Die leuchtend-gelbe Blüte wird bereits seit dem Mittelalter verwendet. Sie wirkt nicht nur entzündungshemmend, sondern auch abschwellend. Äusserlich als Salbe oder hochdosierte Tinktur aufgetragen, lindert sie Gelenkbeschwerden, Muskelschmerzen und fördert die Heilung nach Sportverletzungen.

Astaxanthin

Der tiefrote Phytonährstoff kommt in Lachs, Meeresfrüchten und bestimmten Algen vor und gilt als eines der stärksten Antixoxidantien, die wir kennen. Einerseits hilft Astaxanthin, freie Radikale zu neutralisieren und somit Entzündungen zu drosseln. Andererseits ist der Wirkstoff fettlöslich und gelangt deshalb direkt dahin, wo es ihn braucht, wie etwa im Gehirn oder zu den Skelettmuskeln. Wissenschaftlich erwiesen ist seine schmerzlindernde Wirkung bei Tennisarm, Karpaltunnelsyndrom, Arthritis und Muskelkater.

Curcumin

Der intensiv gelbe Wirkstoff im Rhizom (einer Art Wurzel) der Kurkuma-Pflanze wird seit Urzeiten in der indischen Küche als Gewürz verwendet. Und ist  heutzutage auch in Kapselform erhältlich, um Entzündungen und damit verbundene Schmerzen abzuschwächen. Er hilft bei Arthritis, Gelenkschmerzen und -steifigkeit, Fibromyalgie und weiteren chronischen Schmerzen.

Ingwer

Auch Ingwer, das in der traditionellen indischen und chinesischen Medizin eingesetzt wird, wirkt offenbar genauso entzündungshemmend, wie hochdosierte Medikamente der Schulmedizin – vor allem bei Muskel- und Gelenkschmerzen oder Migräne.

Kirschen

Die roten Früchte zählen zu den unbekanntesten Entzündungshemmern, gelten aber aufgrund neuester Studien als hochwirksames Natur-Schmerzmittel, das Entzündungen zehn Mal stärker bekämpft als Aspirin. Wertvolle Frucht-Alternativen sind Papaya und Heidelbeeren.

Magnesium

Magnesiummangel ist heutzutage weit verbreitet. Als sogenannter König der entzündungshemmenden Mineralstoffe kann Magnesium  Durchblutungsstörungen, Muskelverkrampfungen sowie eine verminderte Aufnahme von Nährstoffen an die Körperzellen regulieren, die Schmerzen verursachen. Um den Magnesiumbedarf des Körpers zu decken, eignet sich eine magnesiumreiche Ernährung und/oder Nahrungsergänzungsmittel. Nebst herkömmlichen Magnesium-Präparaten ist die Sango-Meeres-Koralle besonders zu empfehlen.

Omega-3-Fettsäuren

Aufgrund unserer heutigen Ernährung mangelt es uns häufig an den antioxidativen und entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren, die unser Organismus nicht selber herstellen kann, obwohl sie für ein gesundes Gleichgewicht lebenswichtig sind. Omega-3-Fettsäuren, die beispielsweise in Wildlachs und kaltgepresstem Leinöl vorkommen, spielen eine Hauptrolle, um der sogenannten Arachidonsäure entgegenzuwirken, die im Verdacht steht, Entzündungen im Körper zu fördern. Studien zufolge helfen Omega-3-Fettsäuren, Arthrose wie auch chronische Nacken- und Rückenschmerzen zu mindern.

Teufelskralle

Die südafrikanische Pflanze enthält den Pflanzen-Bitterstoff Harpagosid, der entzündungsfördernde Hormone reduziert und Enzyme blockiert, die Knorpel zerstören. Um Schmerzen zu lindern stehen Tee, Tinktur oder Fertigpräparate zur Wahl. Letztere haben den Vorteil, dass sie nicht so bitter schmecken.

Wallwurz

Der europäische Wallwurz hilft bei zahlreichen Schmerzen und Entzündungen, wie etwa rheumatische Beschwerden, Muskel- und Gelenkschmerzen, Arthrosen und Rückenweh. Angewendet wird er nur äusserlich, denn als Tee, Pulver oder Kapsel enthält er giftige Pyrrolizidinalkaloide.

Weihrauch

Verschiedene wissenschaftliche Studien zeigen, dass Weihrauch (auch Boswellia genannt) eine entzündungsfördernde Überreaktion des Immunsystems verhindert. Und beispielsweise bei Arthritis hilft, die Beweglichkeit zu verbessern. Wissenschaftler eines Medizinzentrums im indischen Kerala stellten fest, dass eine äusserlich auf die Haut aufgetragene Mischung aus ätherischen Ölen von Weihrauch und Kurkuma, die drei Mal täglich appliziert wird, Schmerzen wirksamer bekämpft als ein herkömmliches Schmerzmittel.

Entzündungshemmende Ernährung

Wer auf natürliche Schmerzmittel setzt, passt idealerweise auch seine Ernährung an. Besonders entzündungshemmend sind beispielsweise fermentierte Lebensmittel (rohes Sauerkraut), Spinat, Brokkoli, Zwiebeln und Knoblauch. Zu meiden gilt es Weissmehl, raffinierter Zucker und minderwertige Fette. Sowie tierische Produkte, die viel Arachidonsäure enthalten (wie Schweineschmalz, Schweineleber, Leberwurst, Suppenhuhn, Thunfisch oder Croissants).

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy