Hoch mit den müden Beinen

Copyhright: Fotolia /  Krawczyk-Foto

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Wenn die sommerliche Hitze auf die Venen schlägt, leiden vorwiegend Frauen an sogenannt schweren Beinen. Mit einfachen Tipps lässt sich die Venengesundheit optimieren – zur Freude der Beine.

Ob nach einem anstrengenden Arbeitstag, einem ausgiebigen Sonnenbad oder einer längeren Reisefahrt: An heissen Sommertagen kämpfen zahlreiche Frauen mit schweren Beinen und geschwollenen Knöcheln.

Gründe dafür gibt es einige. Nebst erblichen Faktoren (wie schwaches Bindegewebe), mangelnder Bewegung, permanentem Sitzen, langem Stehen, Schwangerschaft, Übergewicht oder Alkohol- bzw. Nikotingenuss sind es insbesondere auch die sommerlichen Aussentemperaturen, die dem Blutkreislauf und den Beinvenen zusetzen. Hohe Temperaturen erweitern die Venengefässe. Das hilft dem Körper, übermässige Wärme abzugeben. Dieser natürliche Regulationsmechanismus hat allerdings auch Tücken: Sind die Venen ausgeweitet, kann es passieren, dass sie nicht mehr richtig pumpen, weil die Venenklappen nicht mehr dicht schliessen. Dadurch staut sich das Blut dann in den Beinen, statt naturgemäss zum Herzen zurückzufliessen.

Eine weitere Herausforderung ist verstärktes Schwitzen, bei dem der Körper viel Flüssigkeit verliert. Dadurch wird das Blut zähflüssiger, was den Blutstrom verlangsamt.

Die Folge: Je länger der Tag, desto schwerer fühlen sich die Beine dann an und desto dicker schwellen Knöchel und Waden an.

Das hilft – die 10 besten Tipps
  1. Soforthilfe: Sind die Beine bereits schwer und geschwollen, kann ein Wickel aus Eiswürfeln, kaltem Wasser und etwas Obstessig erste Erleichterung verschaffen. Eine Wohltat sind auch kühlende Venengels und -sprays mit pflanzlichen Extrakten von rotem Weinlaub, Rosskastanien, Pfefferminz und/oder Menthol. Sie werden vom Fuss nach oben leicht einmassiert. Der Kühleffekt wird verstärkt, wenn der Gel im Kühlschrank aufbewahrt wird.
  2. Beine hochlegen. Um die Blutzirkulation Richtung Herzen anzuregen gilt ganz einfach: Legen Sie geschwollene Beine immer wieder hoch, sei es beim Lesen, Arbeiten oder TV-Schauen, vor allem auch abends. Nachts gehen Schwellungen meist zurück, die Fussknöchel sind morgens wieder schlank. Wer will, kann das Bett am Fussende um rund 10 cm höherstellen.
  3. Viel trinken: Um die Blutzirkulation in Fluss zu halten und den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, gilt an heissen Tagen: trinken, trinken und nochmals trinken! Und zwar Wasser, ungesüsste Tees und verdünnte Schorlen. Nicht geeignet sind hingegen alkoholische Getränke, da sie dem Körper Flüssigkeit entziehen.
  4. Kaltwasser-Anwendungen: Um die Blutzirkulation in den Beinen anzuregen, eignen sich Wechselduschen, Wassertreten oder kalte Güsse, wie sie Pfarrer Kneipp schon im 19. Jahrhundert empfahl. Bei kaltem Abduschen gilt: bei den Füssen anfangen und langsam hocharbeiten. Bei Herzerkrankungen: bitte vorher den Hausarzt fragen.
  5. Pralle Mittagssonne meiden: Während der Mittagspause in der Badi abzukühlen ist nur dann eine gute Idee, wenn man sich ein Schattenplätzchen ergattert und bei Bedarf die Beine hochlegt. Heisse Sonnenbäder hingegen erweitern die Venen und machen die Beine schwer.
  6. Langes Sitzen oder Stehen ausgleichen: Unsere Beine fühlen sich wohl, wenn sie laufen oder liegen, nicht aber wenn sie stundenlang sitzen oder stehen müssen. Lässt sich dies (bei der Arbeit) nicht vermeiden, gilt: Werden Sie zwischendurch immer wieder aktiv. Wippen Sie mit den Füssen. Oder kreisen Sie die Füsse hin und her. Unbedingt vermeiden: Das Übereinanderschlagen der Beine.Zwei Übungen, die (abends) Entlastung bringen: Legen Sie sich auf den Rücken, Beine gestreckt senkrecht in die Höhe. Beugen und strecken Sie die Zehen während 30 Sekunden.Gleiche Lage, kreisen Sie nun die Füsse in beide Richtungen, jeweils 30 Sekunden. Danach Füsse abwechselnd beugen und strecken.
  7. Stütz- oder Kompressionstrümpfe tragen: Obwohl sie nicht gerade sexy aussehen, sollten sie nicht verachtet werden, denn sie pressen die Venen zusammen und helfen, dass das Blut besser zum Herzen zurückfliesst. Unter einem bodenlangen Kleid oder einer leichten Sommerhose getragen fallen sie kaum auf. Praktisch zum Anziehen sind Stützstrümpfe mit seitlichem Reissverschluss.
  8. Bequemes bevorzugen: Tragen Sie keine zu enge Kleider. Dies gilt insbesondere für Socken, die einschneiden. Auch hochhackige Sandalen beeinträchtigen den Blutfluss. Die Beine mögen lieber flache, bequeme Schuhe.
  9. Venen anregen: Anfällig für schwere Beine sind Menschen, die sich kaum oder zu wenig bewegen. Regelmässiges Ausdauertraining wie flottes Spazierengehen, Wandern, Walking, Schwimmen, Treppensteigen oder Velofahren  regt die Durchblutung an und stärkt die Muskeln. Eine Wohltat für die Beine ist auch Barfuss-Gehen. Eine gute Übung, die leicht in den Alltag passt und drei Mal täglich beim Zähneputzen nebenbei durchgeführt werden kann: Gehen Sie 30 bis 60 Sekunden barfuss auf den Zehenspitzen. Dann ebenso lange auf den Fersen.
  10. Pflanzliche Hilfe gegen schlaffe Venen: Um geschwächte Venen zu unterstützen und Ödeme vorzubeugen gibt es pflanzliche Venenmedikamente – als Kapseln, Dragees, Tabletten oder Tropfen. Am besten erforscht sind Produkte mit rotem Weinlaub oder Rosskastanien-Extrakt. Sie wirken allerdings nicht sofort und werden über einen längeren Zeitraum kurmässig eingenommen.

 

Wie fit sind Ihre Venen?

Zeichen für geschwächte Venen sind:

  • schwere, müde oder geschwollene Beine
  • ziehende oder stechende Schmerzen in den Beinen bzw. Waden
  • nächtliche Wadenkrämpfe, Kribbeln, ruhelose Beine
  • Juckreiz
  • Schwellung in der Knöchelregion (Ödeme)
  • Abdrücke von Strümpfen, Socken oder Schuhen
  • Besenreiser, Krampfadern.

Einen Arzt aufsuchen sollte man, wenn

  • die Beine schon morgens beim Aufstehen dick sind
  • das Gehen starke Schmerzen bereitet
  • an den Beinen bräunliche Verfärbungen auftauchen bzw. offene Wunden kaum verheilen.

 

 Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy