Wie gesund ist künstliche Frische?

Copyright: Dan Race / Fotolia

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Sommerzeit ist Schwitzzeit. Deos sind jetzt wichtiger denn je. Sind lang anhaltende Deos, die Aluminium enthalten, tatsächlich krebs- und demenzfördernd? Und weshalb schützen viele Natur-Deos weniger verlässlich gegen Schweissgeruch?

Zur täglichen Körperpflege gehört ein Deo, das verlässlich vor unangenehmen Körpergerüchen schützt. Die Auswahl ist gross. Grundsätzlich stehen zwei Deo-Hauptsorten zur Wahl:

  • Antitranspirante enthalten sogenannte Aluminiumsalze, die die Hautporen verengen und damit die Schweissproduktion bis zu 48 Stunden hemmen. Damit lassen sich nicht nur Gerüche, sondern auch Achselnässe und Schweissränder verhindern. Ein Pluspunkt für Menschen mit häufigem Kundenkontakt oder wichtigen Geschäftsterminen, die jederzeit gepflegt auftreten wollen.
  • Aluminiumfreie Deos gelten als hautverträglicher, weil sie das Schwitzen nicht blockieren. Sie enthalten antibakterielle Wirkstoffe wie Zink, Rizinilsäure oder Natron, die verhindern, dass sich der austretende Schweiss zersetzt und dadurch unangenehm zu riechen beginnt. Der Nachteil ist allerdings: Zahlreiche dieser Natur-Deos halten in der Regel nur wenige Stunden geruchsfrei. Denn im Laufe des Tages oder beim Sport entsteht Achselnässe, die bakteriell nicht mehr in Schach zu halten ist. Selbst zugefügte Duftstoffe wie Rosen, Orangen oder Limetten können dann den Geruch nicht mehr übertünchen. Vor allem an heissen Tagen kommt man nicht darum herum, die Achseln zwischendurch mit einem (Wegwerf-)Waschlappen oder einem Frischetüchlein aus dem Supermarkt abzuwaschen und erneut Deo aufzutragen.
Was spricht gegen Aluminiumsalze?

Alufreie Deos sind derzeit im Trend. Weil Aluminiumsalze im Verdacht stehen, das Brustkrebs- und Alzheimerrisiko zu erhöhen. Die Faktenlage ist aber bisher noch nicht vollständig geklärt und widersprüchlich. Bisher existieren keine epidemiologischen Studien, die dies belegen. Aluminiumsalz wirkt äusserlich und dringt nicht in tiefere Hautschichten ein. Es kann also nicht in die Blut- und Lymphbahnen gelangen, ausser bei (kleinsten) Hautschnitten – wie etwa nach der Rasur der Achselhaare. Untersuchungen des französischen Toxikologen Alain Pineau haben allerdings klar gezeigt, dass Aluminium über geschädigte Haut besonders intensiv in den Körper eindringen kann. Pineau ist der Meinung, dass Aluminium wahrscheinlich daran beteiligt ist, wenn bei Brustkrebs Metastasen entstehen.

Richtig anwenden

Mittlerweile empfehlen Experten, nach dem Rasieren sicherheitshalber für mindestens 24 Stunden auf aluminiumhaltige Antitranspirants zu verzichten, um den Körper nicht unnötig zu belasten.
Aluminium gelangt allerdings nicht nur durch Deos in unseren Körper, sondern ebenso über die Ernährung, Dosengetränke, Kaffeekapseln, Alufolien oder aluminiumhaltiges Kochgeschirr.

Und unabhängig davon, welche Deo-Art man bevorzugt: Wichtig ist das korrekte Auftragen. Die Achsel muss vollständig trocken sein, sonst hält das Deo weniger lang.

 

Wer hat es erfunden?

Oliver Lüscher Parsenn ProdukteAluminiumfreie Deos gibt es in der Schweiz bereits seit bald 40 Jahren! Das  Familienunternehmen Parsenn-Produkte AG im bündnerischen Dorf Küblis war visionärer Vorreiter, als es 1976 mit „Lavilin“ das erste alufreie Deo auf den Schweizer Markt brachte. „Der Biochemiker Hlavin hatte den Auftrag, für die russische Armee Körperpflegeprodukte herzustellen, welche extremsten Bedingungen standhalten“, erklärt Geschäftsleitungs-Mitglied Oliver Lüscher (Bild). „Er erkannte schon damals, dass eine natürliche Transpiration lebensnotwendig ist. Somit verzichtete er bewusst auf Aluminium – das die Poren schliesst – und forschte nach alternativen, natürlichen Inhaltsstoffen. Er ist der Erfinder des aluminiumfreien Deodorants.“
„Frischer Schweiss ist bekanntlich völlig geruchlos“, erklärt Lüscher weiter. „Erst der Abbau des Schweisses durch natürliche, zur Hautflora zählende Bakterien verursacht den typischen Schweissgeruch. Aus diesem Grund wurde nach Wirkstoffen geforscht, welche gegen diese Zersetzung des Schweisses durch Bakterien ankämpfen. Diese wurden in eine einzigartige Kombination von langhaftenden und wasserfesten Naturklebstoffen implementiert. Damit ist es gelungen ein natürliches und wasserfestes Deo ohne Wirkungsverlust herzustellen.“

 

 

 Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy