Länger jung dank Mikronährstoffen

(c) drubig-photo / Fotolia

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Sich mit 50 plus noch topfit zu fühlen, ist heute keine Ausnahmeerscheinung mehr. Dennoch stellen sich bei den meisten „Golden Agers“ erste Zipperlein ein, die die Vitalität schmälern. Dahinter verbirgt sich oft ein latenter Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen.  Um möglichst lange in Form zu bleiben, lohnt es sich, den Organismus mit Anti-Aging-Mikronährstoffen bei Laune zu halten.

Wer sich regelmässig bewegt, gemüsereich und naturbelassen isst, sich genügend Schlaf sowie Entspannung gönnt und für geistige Anregung sorgt, spürt spätestens ab 50 Jahren, wie sehr sich ein gesunder Lebenswandel lohnt. Weil man nicht nur frischer strahlt als manche Altersgenossen, sondern auch weniger unter Zipperlein und chronischen Beschwerden leidet. Denn der Alterungsprozess bzw. der Abbau von Körperfunktionen hängt nicht in erster Linie vom effektiven biologischen Alter ab. Er richtet sich viel mehr danach, wie liebevoll man dem eigenen Organismus über die Jahre geschaut hat – und wie stark man ihn mit schlechtem Essen, zu viel Alkohol, Tabak, Umweltgiften, oder Stress belastet hat.

Vorbeugen lohnt sich

Dennoch sind selbst fitte Menschen ab 50 plus nicht davor gefeit, fortan vermehrt auf ihre tägliche Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen zu achten, um möglichst gesund und glücklich zu altern. Aus mehrfachen Gründen:

Zu wenig Appetit: Mit zunehmendem Alter sinkt der Energiebedarf und damit meist auch der Appetit – nicht aber der Bedarf an Vitaminen und Mineralien! Einseitige Ernährung, mangelnde Frischkost sowie unzureichende Flüssigkeitsaufnahme können deshalb zu einem latenten oder akuten Mikronährstoffmangel führen.

Oxidativer Stress: Oxidativer Stress, der durch ein Übermass an sogenannt freien Radikalen entsteht, beschleunigt den Alterungsprozess. Freie Radikale sind sauerstoffhaltige Moleküle, die im Körper einerseits durch Verbrennungsprozesse entstehen, andererseits durch UV-Strahlung (exzessive Sonnenbäder), elektromagnetische Strahlung (wie Röntgen, Handy), Umweltgifte oder Tabakrauch.
Diese Moleküle sind instabil, weil ihnen ein Elektron fehlt. Um wieder vollständig zu werden, attackieren sie deshalb intakte Moleküle, um ihnen das fehlende Elektron zu entreissen. Dieser Elektronen-Raub schädigt den Körper und die DNA über die Jahre. Experten gehen davon aus, dass Krankheiten wie Arterienverkalkung, Rheuma, Alzheimer oder Krebs durch die aggressiven freien Radikale mitverursacht werden.
Die gute Nachricht ist aber: Durch vitalstoffreiche Ernährung sowie Mikronährstoffsupplemente, die reich an Antioxidantien sind, lassen sich die Zellen schützen und der Alterungsprozess hinauszögern. Die wichtigsten antioxidativen Wirkstoffe sind: Vitamin A, Beta-Carotin, Vitamin C, Vitamin E, die Mineralstoffe Zink, Mangan und Selen, die Aminosäure L-Cystein und das Coenzym Q10.

Zu wenig Sonnenlicht: Das Sonnenvitamin D ist für die Gesundheit der Knochen und Zähne erforderlich. Es ist das einzige lebenswichtige Vitamin, das der Körper grundsätzlich selber herstellen kann.  Ältere Menschen, die sich wenig im Freien bzw. in der Sonne aufhalten, sowie Verkäuferinnen oder Nachtarbeiter, die berufsbedingt zu wenig Tageslicht zu sehen bekommen, leiden meist an einem Sonnenvitamin-Mangel. Mögliche Folgen sind nicht nur Knochenerweichung, sondern auch Muskelschwäche, Zahnausfall oder erhöhte Reizbarkeit, Schlafstörungen sowie Nervosität. Insbesondere in den Wintermonaten lohnt es sich, ein Vitamin-D-Präparat einzunehmen. Auch weil die Haut mit zunehmendem Alter nicht mehr so gut Vitamin D bilden kann.

Geschwächtes Immunsystem: Das Älterwerden schmälert die Kraft des Immunsystems, wodurch man anfälliger wird für Viren, Bakterien und andere schädigende Mikroorganismen. Eine Studie mit 100 älteren Menschen hat gezeigt: Diejenigen, die über ein Jahr lang ein Multivitamin-Multimineral-Supplement einnahmen, litten seltener an Infektionen. Als besonders wichtig für die Immunfunktion gelten Zink, Vitamin B6 und Vitamin E. Und natürlich auch Vitamin C.

Das Gehirn schützen: Zu den gefürchteten Alterserkrankungen zählen Alzheimer und Demenz. Um die Leistungskraft des Gehirns möglichst lange zu erhalten, braucht es genügend antioxidative Vitamine (vor allem E, sowie C). Eminent wichtig ist auch Vitamin B1.

Schlechte Aufnahme von Nährstoffen: Vitaminmangel kann ausserdem die Folge einer schlechteren Nährstoffaufnahme sein, die  durch Beschwerden im Magen-Darm-Trakt oder durch Medikamente bzw. eine Chemotherapie ausgelöst wird.

Bin ich unterversorgt oder nicht?

Ein Vitalstoffdefizit entsteht nicht von heute auf morgen. Es wird allerdings oft erst bemerkt, wenn Symptome wie Blutarmut, chronische Müdigkeit, Leistungsabfall, Hautprobleme, Kreislaufstörungen, Nachtblindheit oder Osteoporose auftauchen. Einen Mikronährstoffmangel zu diagnostizieren ist nicht ganz einfach. Hilfreich können Blutproben sein, bei denen nicht nur der Vitaminspiegel, sondern auch körpereigene Stoffe analysiert werden, deren Produktion von bestimmten Vitalstoffen abhängen (wie beispielsweise rote Blutkörperchen und Ferritin bei Verdacht auf Eisenmangel). Eine Haar-Mineral-Analyse wiederum zeigt auf, ob der Mineralstoff- und Spurenelementhaushalt gestört ist.

Was soll ich nun einnehmen?

Um ab 50 plus physisch und psychisch leistungsfähig zu bleiben und den Alterungsprozess zu verlangsamen, sind Mikronährstoffe essentiell. Wem Laboruntersuchungen zu umständlich sind, wendet sich bei Verdacht auf einen Mangel am besten an seinen Apotheker, seine Apothekerin und lässt sich beraten, welche Präparate Sinn machen, um allfällige Defizite auszugleichen. Sei es mit einem hoch dosierten Multivitaminpräparat, einem gezielten Einzelmineralstoff (wie Magnesium) oder einem speziellem Kombiprodukt (beispielsweise einem Anti-Oxidantien-Cocktail oder einem geriatrischen Präparat, das zusätzlich Ginseng und Vitamin B12 enthält). Selbstverständlich gehört dazu eine vitalreiche Ernährung mit viel Gemüse in allen Farben, frischen Kräutern, saisonalen Früchten, magerem Protein, fettem Fisch, Vollkorngetreide, ungesalzenen Nüssen sowie kaltgepressten Ölen (insbesondere Olivenöl und Omega-3-reiches Leinöl).

 

Empfehlenswerte Nahrungsergänzungsmittel für Personen ab 50 plus

Schützende Antioxidantien: Vitamin C, Vitamin E, Carotinoide, Coenzym Q10, Selen, Zink, Mangan
Unterstützung für das Immunsystem: Vitamin B6, Vitamin E, Vitamin C, Zink, Selen
Durchblutung / Sauerstoffversorgung des Gewebes: Niacin, Vitamin C, Vitamin E, Magnesium
Knochengesundheit erhalten: Vitamin C, Vitamin D, Vitamin K, Kalzium, Magnesium
Ausgleich der altersbedingt schlechteren Nährstoffaufnahme: Vitamin B12, Vitamin B6, Vitamin D, Folsäure, Kalzium, Magnesium, Zink
Quelle: Burgerstein, Handbuch der Nährstoffe

 

Vital altern – das Geheimnis von Okinawa

Auf der tropischen Insel Okinawa, rund 500 km südlich von Japan, leben mehr fitte Hundertjährige als sonst wo auf der Welt. Typische Altersgebrechen wie Krebs, Osteoporose, Alzheimer, Diabetes oder Herzkreislauf-Erkrankungen sind hier eine Seltenheit. Der Medizinprofessor Makoto Suzuki machte sich auf die Suche nach dem Geheimnis dieser kerngesunden Superalten.
Eine der wichtigsten Regeln besteht darin, den Magen nur zu 80 Prozent zu füllen und sich nicht zu überessen.  Gleichzeitig unterscheiden die Insulaner zwischen „leichten“ und „schweren“ Speisen. Beherzt zugreifen darf man bei Nahrungsmitteln, die weniger als 70 Kalorien pro 100 Gramm liefern – wie Grüntee, Gemüsebrühe, Algen, Sojaprodukte (Tofu, Miso) sowie den meisten Gemüse- und Obstsorten. Massvoll auch bei Fisch und Meeresfrüchten. Fleisch, Eier und Käse machen hingegen nur drei Prozent des Speisezettels aus. Ebenso wichtig ist ein aktiver Lebensstil an der frischen Luft – mit viel Spaziergängen und Gartenarbeit. Sowie Singen und Tanzen in Seniorenklubs.

 

Erschienen in: astreaAPOTHEKE. © Marie-Luce Le Febve de Vivy