Naturmedizin für die Seele

(c) shaiith / fotolia

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Lassen sich psychische Probleme ohne Psychopharmaka, dafür mit pflanzlichen Heilmitteln behandeln? Ja, zum Teil. Was der Seele hilft, weiss die Heilpraktikerin Aruna M. Siewert.

Ob Antriebslosigkeit, depressive Verstimmung, düstere Gedanken, massive Ängste, Schlafstörungen oder nervenzerrende Überlastung (Burnout): Seelische Beschwerden sind weit verbreitet – auch wenn kaum jemand offen darüber spricht. Gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) sind in der Schweiz rund 18 Prozent der Menschen psychisch beeinträchtigt.
Wendet man sich im Vertrauen an seinen Hausarzt, kann es passieren, dass er vorschnell chemische Beruhigungstabletten, Schlafmedikamente oder Antidepressiva verschreibt. Ohne genauer hinzuschauen, ob es sich um einen vorübergehenden Seelenkoller oder um eine ernsthafte psychische Erkrankung handelt.
Für Menschen, die beispielsweise an einer schweren Depression, chronischen Angststörung oder an paranoiden bzw. wahnhaften Vorstellungen leiden, können moderne Psychopharmaka ein echter Segen sein, um ein mehr oder weniger normales Leben zu führen. Die verschreibungspflichtigen Medikamente wirken auf  den Stoffwechsel im zentralen Nervensystem und regulieren die Stimmung.

Geht es auch ohne Psychopharmaka?

Aruna SiewertAnders sieht es bei beginnenden bzw. leichten bis mittelschweren Seelenkrisen aus: Hier braucht es solch starke Medikamente nicht unbedingt. „Oft werden bereits bei ersten Anzeichen etwa von Schlafstörungen oder Konzentrationsstörungen Psychopharmaka verschrieben. Genau hier ist jedoch zunächst der Einsatz natürlicher Mittel sinnvoll“, erklärt die deutsche Heilpraktikerin und Buchautorin Aruna M. Siewert (Bild). Sie hat sich auf sanfte, natürliche Seelenhilfe spezialisiert und  setzt in erster Linie auf Pflanzenheilkunde, Bach-Blüten und Heilreisen.
„Aufgrund ihrer ganzheitlichen Wirksamkeit können Heilpflanzen Trost, Entspannung und Klarheit schenken und uns wieder Appetit aufs Leben machen“, so Siewert. Sie können als Tee, Urtinkturen, spagyrische Tinkturen oder Fertigarzneien eingenommen werden. Die Heilpraktikerin selber bevorzugt spagyrische Tinkturen, die nach einem uralten Verfahren hergestellt werden. Dieses sorgt dafür, dass nicht nur die materiellen Wirkstoffe, sondern das ganze „immaterielle Wesen“ einer Pflanze erfasst wird. „So wird nicht nur den Körper, sondern auch der Geist und die Seele angesprochen.“

Wie die Pflanzen auf die Psyche wirken

Zu den Nervenstärkern zählen gemäss Aruna M. Siewert beispielsweise Baldrian, Hopfen, Lavendel und Melisse.

  • Baldrian: „Baldrian wirkt ausgleichend und hilft, Erlebtes zu verarbeiten. Er ist für Menschen, die dazu neigen, den Boden unter den Füssen zu verlieren, und die aus der Gedankenmühle nicht herauskommen. Er macht nicht müde, sondern beruhigt das Nervensystem und bringt von innen heraus die Ruhe in unser Leben, die wir zum Schlafen brauchen.“
  • Hopfen: „Hopfen hilft, stabil und mit Leichtigkeit im Eigenen Leben zu stehen. Er ist vor allem bei Einschlafproblemen eine der wichtigsten Pflanzen. Hopfen lehrt uns, die Alltagsthemen loszulassen.“
  • Lavendel: „Lavendel hilft, wo es wichtig ist, geradlinig und stabil zu sein. er unterstützt uns dabei, unsere Grenzen wahrzunehmen und klar zu ihnen zu stehen.
  • Melisse: „Melisse beruhigt und entkrampft. Sie bringt Freude und Gelassenheit zurück, vor allem bei Engegefühl in der Brust aufgrund von Sorgen und Kummer.“
Bach-Blüten

Seelische Naturmedizin sind auch die 38 Essenzen des feinfühligen englischen Arztes Dr. Edward Bach (1886 bis 1936). „Leider sind die Bach-Blüten in den vergangenen Jahren ‚etwas aus der Mode‘ geraten, aber ihre kraftvolle und dennoch sanfte Wirksamkeit brauchen wir in unserer unruhigen Zeit mehr denn je“, findet die Heilpraktikerin.
Welche Bach-Blüte gerade passt, ist von Person zu Person verschieden und wird am besten mit einem Therapeutin oder einer Heilpraktikerin bestimmt. Um ein paar Beispiele zu nennen:

  • Mimulus hilft, sich mit mehr Mut und Gelassenheit den Herausforderungen des Lebens zu stellen und Vertrauen zu entwickeln.
  • Mustard bringt Freude und Leichtigkeit zurück und hilft, dunkle Phasen unbeschadet zu durchleben und daran zu wachsen.
  • Olive zeigt Wege, die eigenen Kräfte besser einzuteilen und sinnvoll mit ihnen hauszuhalten.

Um aus dem Dunklen herauszukommen empfiehlt Aruna M. Siewert auch sogenannte Heilreisen, die die Gesundung mental unterstützen.
Bei all diesen natürlichen Massnahmen gilt aber: Bringen sie innerhalb von 4 bis 6 Wochen keine Besserung, sollte man einen Arzt oder Psychiater aufsuchen, um herauszufinden, ob es eventuell doch stärkere Medikamente braucht.

 

Das Buch zum Thema

Natürliche PsychopharmakaDer neue Ratgeber „Natürliche Psychopharmaka – Ganzheitliche Medizin für die Seele“ von Aruna M. Siewert ist im Gräfe und Unzer Verlag erschienen und kostet CHF 17.90. Auch als E-Book erhältlich.

 

 

 

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy