Das Gute im Kakao

(c) hiphoto39 / Fotolia

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Kakao ist reich an gesunden Antioxidantien und enthält mindestens 300 verschiedene Inhaltsstoffe, die kreislaufstimulierend, gedächtnisstärkend und stimmungsaufhellend wirken.

Wie Goji-Beeren, Kurkuma, Ingwer oder Shiitake-Pilze zählt auch Kakao zu den sogenannten „Superfoods“: So werden heutzutage (Bio-)Lebensmittel genannt, die überdurchschnittlich reich an gesundheitsfördernden Nähr- und Vitalstoffen sind. Regelmässig genossen wirken sie wie „Naturmedikamente“, obwohl sie keine Arzneimittel sind.
In den letzten Jahren haben sich Wissenschaftler intensiv mit dem aussergewöhnlichen Gesundheitspotential der Kakaobohne befasst. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Antioxidantien. Das sind Verbindungen, die (Kakao-)Pflanzen natürlich produzieren, um ihre eigenen Zellen vor vorzeitiger Zerstörung durch Wärme, UV-Licht oder Feuchtigkeit aus der Umwelt zu schützen. Dem menschlichen Organismus helfen solche Antioxidantien ebenfalls, sich zu schützen – und zwar vor freien Radikalen. Das sind aggressive Sauerstoffverbindungen im Körper, die vorzeitiges Altern und gewisse Krankheiten begünstigen. Dass wir heutzutage mit einem Übermass an freien Radikalen konfrontiert sind, liegt an der modernen Lebensweise – mit beispielsweise übermässigen Sonnenbädern, Chemikalien und Pestiziden, synthetischen Zusatzstoffen und industriellen Fetten in der Nahrung, Rauchen, usw.

Wohltat für Herz und Gefässe

Kakao ist besonders reich an antioxidativen Polyphenolen. Zu dieser Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen zählen etwa Anthocyane (z.B. in Brombeeren), Isoflavone (z.B. in Soja),  Flavonole (z.B. in Grünkohl oder Brokkoli), Flavanole (z.B. in Rotwein oder Grüntee) oder Flavone (z.B. in Sellerie).
Beim Kakao spielen Flavanole die Hauptrolle. Dessen Wirkstoffe liefern unseren Zellen nicht nur Schutz vor frühzeitiger Alterung, sondern halten auch die Blutgefässe elastisch. Da hierzulande wie auch in anderen westlichen Ländern Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor die häufigste Todesursache sind, lohnt es sich, auf die herzschützende Eigenschaft von Kakao-Antioxidantien zu setzen. Sie senken das schlechte Cholesterin (LDL), hemmen die Verklumpung von Blutplättchen, verbessern die Durchblutung und normalisieren den Blutdruck. Damit reduzieren sie auch das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Was kaum jemand weiss: Kakao enthält – vor allem in roher Form – weit mehr antioxidative Flavonoide als alle bisher getesteten Lebensmittel! Er schützt also weit stärker als der vielgepriesene grüne Tee oder Rotwein. Eine Studie der University of California kommt gar zum Ergebnis, dass die Wirkstoffe von Kakao das Blut genauso gut verdünnen können wie Aspirin.

Kakao gegen den Gedächtnisverlust

Kakao enthält auch Stoffe, die das Gehirn in Schwung halten und den geistigen Abbau verzögern. Damit wirken sie altersbedingtem Gedächtnisverlust entgegen und tragen eventuell auch dazu bei, Altersdemenz hinauszuzögern. Für Aufsehen sorgte eine (kleine) Fachstudie, die nachwies, dass das tägliche Trinken eines Kakaogetränks mit hohem Flavonoid-Anteil die Gehirnleistung und das Erinnerungsvermögen einer 60-jährigen Person enorm verbessern bzw. verjüngen kann – um 20 bis 30 Jahre!

Auch die Psyche profitiert

Regelmässiger Kakao-Genuss unterstützt zudem das seelische Wohlbefinden und wirkt antidepressiv, indem er positiv auf die Produktion des Wohlfühl-Hormons Serotonin wirkt und die Ausschüttung von glücklich machenden Endorphinen anregt.
Wer nun glaubt, dies sei ein Freipass, um hemmungslos Schokolade zu vertilgen und Gemüse-Mahlzeiten gegen Schoggi-Tafeln einzutauschen, muss leider enttäuscht werden. Denn herkömmliche Schokolade-Produkte enthalten reichlich Zucker sowie Fett und sind wahre Kalorienbomben. Grundsätzlich gilt: je dunkler die Schokolade, desto mehr Flavanole enthält sie. Wer auf seine Gesundheit achtet, gönnt sich deshalb nur Schokolade, die mindestens 70 Prozent Kakao enthält. Oder noch besser 90 bis 100 Prozent. Da sie zartbitter und nicht so süss wie Milchschokolade schmeckt, isst man automatisch weniger davon. Auf weisse Schokolade kann man getrost verzichten, da sie keine Flavanole enthält, sondern nur das Fett der Kakaobohne.

Am besten roh

Da durch Rösten oder Erhitzen die antioxidative Wirkung nachlässt, setzen Kenner auf rohen Bio-Kakao (erhältlich in Bioläden oder Reformhäusern). Er strotzt nicht nur vor Antioxidantien, sondern versorgt den Körper zudem reichlich mit Magnesium, Kalzium, Eisen, Ballaststoffen sowie wertvollen ungesättigten Fettsäuren.
Zur Wahl stehen ganze, (un-)geschälte Kakaobohnen zum Knabbern, Kakaonibs (Stückchen) fürs Müesli oder selbstgemischtes Studentenfutter sowie Kakaopulver für Desserts oder selbstgemachte (Advents-)Pralinen. Empfohlen werden 5 bis 20 Kakaobohnen bzw. 15 bis 20 Gramm Stückchen oder Pulver pro Tag. Da roher Kakao sehr geschmacksintensiv ist, muss man eventuell verschiedene Sorten ausprobieren, bis man den persönlichen Favorit entdeckt.

 

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy