Küssen Sie sich gesund!

(c) pressmaster / Fotolia

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Wer viel knutscht, darf sein tägliches Bewegungsprogramm auch mal ausfallen lassen. Denn inniges Küssen wirkt wie verjüngende Medizin und stärkt die Immunabwehr des Körpers.

Vor dem knisternden Kaminfeuer, bei einem Spaziergang durch den verschneiten Wald oder vor der Ski-Abfahrt über glitzernde Pisten: Liebevolles Küssen ist nicht nur romantisch und sinnlich anregend, sondern gleichzeitig auch rundum gesund. Die innige Liebkosung löst eine Kaskade gesundheitlicher Effekte aus, die wie ein leichtes Sporttraining wirken. Leidenschaftliche Küsse beschleunigen den Herzschlag und die Atmung. Das aktiviert die Durchblutung und stärkt die Lungen. Die Sauerstoffzufuhr wird massiv erhöht von 15 bis 20 auf bis auf 60 Atemzüge pro Minute. Training pur für die Atemwege!

Wie eine Mini-Impfung

Knutschen verbessert nicht nur die Leistungsfähigkeit des Herzens, sondern stärkt auch die Abwehrkräfte unseres Körpers. Gemäss Statistik verteilen wir rund 100‘000 Küsse in unserem Leben. Und die haben es in sich: Holländische Forscher haben herausgefunden, dass bei einem Zungenkuss bis zu 80 Millionen Bakterien übertragen werden. Dies ist absolut kein Grund, sich vor Bakterienströmen zu fürchten oder gar zu ekeln – im Gegenteil! Heute weiss man, dass es nebst gefährlichen auch unzählige „gute“ Keime gibt. Letztere braucht unser Abwehrsystem unbedingt, um fit zu bleiben. Ein inniger Kuss wirkt wie eine Mini-Impfung, die das Immunsystem natürlich stimuliert: Das rührt daher, dass sich die Bakterien im Speichel von zwei Menschen um bis zu 20 Prozent unterscheiden.  Dadurch wird der Körper auf sanfte Weise angeregt, seine Abwehrkräfte anzukurbeln, um mit den „fremden“ Bakterien des Partners, der Partnerin klarzukommen.

Seelennahrung gegen Stress

Berühren sich die Lippen von zwei Liebenden, werden über 100 Milliarden Nervenzellen angeregt. Dabei schüttet unser Organismus einen Hormon-Cocktail aus, der psychisch gut tut. Dazu tragen beispielsweise entspannende Glückshormone wie Serotonin und Endorphine bei, die unseren Körper mit Wohlbefinden überfluten. Diese Botenstoffe wirken auch schmerzhemmend. Beim Küssen wird zudem das Stresshormon Kortisol eingedämmt: Das baut Ängste ab und fördert gute Laune. Gemäss Statistik haben Menschen, die viel küssen, mehr Erfolg im Beruf und sind seltener in Strassenunfälle verwickelt. Zudem soll häufiges Schmusen – so amerikanische Langzeitstudien – die Lebenszeit um bis zu fünf Jahre verlängern.

Natürlicher Faltenkiller

Küssen macht auch schön und lässt jünger aussehen. Es regt die Hautdurchblutung an, lässt den Teint strahlen und die Augen glänzen. Da über 30 Gesichts- und Halsmuskeln aktiv im Einsatz sind, wirkt inniges Schmusen wie Gesichtsgymnastik. Je regelmässiger man «trainiert», desto besser!

Manch eine Frau mag es übrigens irritieren, wenn ihr Liebster beim Küssen die Augen nicht schliesst. Dies ist jedoch kein Grund, die Stirne zu runzeln und an seinen Gefühlen zu zweifeln. Während etwa 95 Prozent der Frauen die Augen beim Schmusen geschlossen halten, behalten rund 50 bis 70 Prozent der Männer ihre Augen offen. Das liegt in ihrer ursprünglichen Natur – als unsere männlichen Vorfahren aus Sicherheitsgründen noch das Umfeld im Auge behalten mussten, um allfällige feindliche Angriffe abzuwehren.

 

Bitte vorübergehend nicht küssen!

So gesund Küssen ist: Die Liebkosung beherbergt auch Ansteckungsrisiken – insbesondere mit Lippenherpes (Herpes labialis). Rund 90 Prozent der Menschen tragen den Virus in sich, bei den meisten schlummert er aber glücklicherweise. Ihr Immunsystem ist stark genug, den Eindringling in Schach zu halten.
Bei rund einem Drittel der Infizierten wacht der Virus immer wieder aus seinem Tiefschlaf auf und tobt sich am Lippenrand und rund um den Mund aus. Zuerst kribbelt es fürchterlich, die Haut brennt und juckt. Und dann wachsen kleine, feuchte Fieberbläschen, die nach kurzer Zeit aufplatzen und hoch ansteckend sind. Sie hinterlassen gelbliche Verkrustungen, die immer wieder aufreissen können. Erst wenn der Schorf abfällt, ist die Herpesattacke überstanden. Das dauert bis zu zwei Wochen. Solange die Infektion nicht vollständig abgeklungen ist, gilt striktes Kussverbot! Während dieser Zeit sollten auch keine Gläser, Waschlappen oder Pomadenstifte geteilt werden.

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy