Winterfit mit Wurzelgemüse

(c) ji_images / Fotolia

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Auch wenn sie unscheinbar oder schrumpelig daherkommen: Wurzelgemüse gehören im Winter unbedingt auf den Teller, denn sie strotzen vor gesunden Nährstoffen. Ideal für alle, die auf heimisches Gemüse Wert legen.

Wurzelgemüse galt lange Zeit als Arme-Leute-Essen und fristete ein Schattendasein. Bis Spitzenköche und Ernährungsbewusste die unscheinbaren, unterirdisch wachsenden Gemüse vor ein paar Jahren wiederentdeckten. Wenn sie heutzutage wieder im Trend sind, liegt das nicht nur an ihrem Geschmack, sondern auch daran, dass die Rüben und Knollen wahre Vitalstoffbomben sind. Je nach Sorte sind sie reich an Ballaststoffen, Mineralien wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Spurenelementen wie Eisen und sekundäre Pflanzenstoffen wie Bitterstoffe, Carotinoide, Flavonoide, Gerbstoffe, Saponine, Sulfide sowie Vitaminen wie Vitamin A, B1 und C. Da der Wasseranteil des Wurzelgemüses viel niedriger ausfällt als bei Blattgemüse, ist die Konzentration an gesunden Nährstoffen besonders hoch.

Die natürlichen Fitmacher zählten im Herbst und Winter jahrhundertelang zu den Hauptnahrungsmitteln unserer Vorfahren. Bis sie ab Mitte des 18. Jahrhunderts zunehmend von der Kartoffel verdrängt wurden. Zu Unrecht. Denn gerade in der kalten Jahreszeit gehören die schrumpeligen Knollen und Rüben unbedingt auf unseren Teller – insbesondere wenn man sich nicht nur gesund, sondern auch ökologisch bewusst mit Gemüsen aus der Region ernähren will.

Knollensellerie

Ob gekocht oder roh: Aufgrund ihres hohen Gehalts an ätherischen Ölen war die Wunderknolle bereits im Mittelalter beliebt. Sellerie gilt als antibakteriell, desinfizierend, verdauungsfördernd, schleimlösend (bei Erkältungen), nervenstärkend und entwässernd. Gemäss Volksglauben wirkt das Gemüse zudem aphrodisierend und soll die Potenz des Mannes steigern.

Pastinaken

Die weisse Rübe stand bereits auf dem Speisezettel der bronzezeitlichen Urbevölkerung. Und während der grossen Pestepidemie im 14. Jahrhundert wurde ihr Saft auch als Heilmittel eingesetzt. Denn das Gemüse enthält verschiedene ätherische Öle, darunter das antimikrobielle Apiol. Pastinaken fördern die Verdauung und die Nierentätigkeit. Sie eignen sich zudem als Babynahrung, da sie nicht blähen.

Petersilienwurzeln

Im alten Rom war die Wurzel als Kraftspender für die Gladiatoren sehr geschätzt. Petersilienwurzel ist eine Vitamin-C-Bombe – eine Portion von 200 Gramm deckt rund 80 Prozent des Tagesbedarfs ab. Das harntreibende Gemüse regt zudem die Nieren an. Die bekömmliche Rübe ist nur gekocht geniessbar und verleiht Suppen, Eintöpfen oder Pürees eine intensiv-würzige Note, die an Peterli erinnert.

Randen (Rote Beete)

Das klassische Wintergemüse galt schon in der Klostermedizin als blutbildende Heilpflanze. Aufgrund des hohen Folsäuregehalts wirkt sie zudem blutdrucksenkend und stimmungsaufhellend. Randen festigen das Bindegewebe, die Haut und die Gefässwände. Der rote Farbstoff der Knolle ist reich an Antioxidantien, die vor drohender Erkältung schützen. Da das Gemüse viel Oxalsäure enthält, gilt Vorsicht bei Personen, die zu Nierensteinen neigen.

Rettich

Die scharfwürzige Wurzelrübe zählt zu den gesundheitlich wertvollsten Gemüsesorten. Ihre schwefelhaltigen Senföle helfen gegen Blähungen und Durchfall, jagen Bakterien und befreien die Magen- und Darmschleimhäute von Pilzbefall. Zwei- bis dreimal roher Rettich pro Woche sorgt für eine gesunde Darmflora. Das Gemüse wirkt zudem durchblutungsfördernd, harntreibend und entzündungshemmend. Der schleimlösende Rettich ist ein altes Hausmittel gegen Husten und Erkältungen.

Rüebli (Karotten)

Es ist eines der beliebtesten und ältesten Wurzelgemüse und wurde schon in der Steinzeit gegessen. Das im orangen Farbstoff enthaltene Beta-Carotin kann mit etwas Fett ins Anti-Aging-Vitamin A umgewandelt werden. Rüeblis sorgen für schöne Haut, wirken verjüngend und lassen Haare und Nägel wachsen. Sie stärken die Abwehrkräfte sowie Schleimhäute und verbessern die Sehkraft (Nachtblindheit). Gekocht und passiert stoppen sie Durchfall.

Schwarzwurzel

Als Spargeln noch den Reichen vorbehalten waren, galten Schwarzwurzel als Arme-Leute-Spargeln. Das magenfreundliche Gemüse ist sehr leicht verdaulich und enthält Inulin. Dadurch ist es ideal für Diabetiker, da seine Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel nicht beeinflussen. Dank des hohen Ballaststoffanteils gilt die kalorienarme Schwarzwurzel als besonders figurenfreundlich.

Topinambur

Die beige-rosafarbene Indianerkartoffel feiert aktuell ein Comeback als Feinschmecker-Delikatesse. Sie wird wie Kartoffeln zubereitet, kann aber auch roh genossen werden. Die Knolle mit nussigem Geschmack ist ebenfalls reich an Inulin, wirkt sättigend und verringert Heisshungerattacken. Sie senkt den Cholesterin- und Triglyceridspiegel im Blut, optimiert die Darmflora und soll Krebs vorbeugen.

 

Wurzelgemüse richtig lagern

Die Knollen und Rüben werden, wie jedes Gemüse, am besten sofort verzehrt. Will man es lagern, eignet sich das Gemüsefach des Kühlschrankes, wo sich das Wurzelgemüse notfalls bis zu drei Wochen hält. Um länger frisch zu bleiben hilft es, das Gemüse in ein feuchtes Tuch einzuschlagen. Man kann sie auch in einem Plastiksack mit Löchern oder ohne Verpackung ins Gemüsefach legen. Ungeeignet sind hingegen luftdichte (Plastik-)Verpackungen: Da die Knollen und Rüben nicht atmen können, beginnen sie zu faulen.

 

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy