Störefriede vom Kopf

(c) vladimirfloyd / Fotolia

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Ob trocken oder fettig: Kopfschuppen sind eine weit verbreitete Plage. Sie sind weder ansteckend noch gesundheitsgefährdend, dafür aber ganz schön peinlich, wenn sie wie Schneeflocken auf die Schultern hinunterrieseln. Wie wird man sie am besten los?

Jeden Tag verlieren wir Hautschuppen. Dies ist ein ganz normaler Vorgang, da sich unsere Körperhaut alle vier Wochen erneuert und abgestorbene Hautzellen abstösst. In der Regel sind diese Schüppchen mikroskopisch klein und von blossem Auge nicht zu erkennen. Anders sieht es aus, wenn mehrere dieser abgestorbenen Zellen miteinander verklumpen. Dann werden sie sichtbar, wenn sie sich in den Haaren verfangen oder wie weisse Schneeflocken auf dunkle Kleidung herabrieseln. Rund 30 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer sind von diesem unästhetischen Problem betroffen.

Trocken oder fett?

Schuppen lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: trocken oder fett. Frauen kämpfen vor allem mit trockenen Schuppen. Bei Männern hingegen sind fettige Kopfschuppen stärker verbreitet – da ihre Drüsen mehr Talg absondern.
Trockene Schuppen entstehen auf (zu) trockener Kopfhaut und bilden sich vermehrt im Winter. Nebst der Heizungsluft setzen auch tägliches Haarwaschen, zu heisses Wasser, austrocknende Shampoos und Sprays, Föhnen auf höchster Hitzestufe sowie alkoholische Haartinkturen der Haut zu. Im Sommer können zu heisse Temperaturen und Klimaanlagen die Kopfhaut stressen. Trockene Schuppen kommen auch bei bestimmten Erkrankungen wie Schuppenflechte und Neurodermitis vor.
Fettige Kopfschuppen haben andere Ursachen und treten im Scheitelbereich gehäuft auf. Mögliche Begleitsymptome sind Juckreiz und/oder eine Entzündung. Dahinter steckt meist ein bestimmter Hefepilz (Malassezia furfur). Er gehört zur normalen Hautflora und verursacht gewöhnlich keine Beschwerden. Anders sieht es aus, wenn die Talgdrüsen zu viel Fett produzieren, das dem Pilz Nahrung liefert und den gesunden Säureschutzmantel aus dem Gleichgewicht bringt. Der Pilz vermehrt sich dann übermässig und produziert Substanzen, die die Kopfhaut reizen. Die Folge sind ölige Kopfschuppen. Sie sind relativ gross, meist gelblich und fühlen sich klebrig an.
Übermässige Talgbildung wird durch hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt. Weniger Schuppen entstehen dagegen, wenn man sich am Meer aufhält, wo Sonne und salzhaltige Luft im Duo die Fettproduktion drosseln.

Was hilft?

Zur Behandlung von Kopfschuppen werden überwiegend Shampoos eingesetzt. Je nach Ursache der Schuppen enthalten sie unterschiedliche Wirkstoffe.
Bei trockenen Schuppen ist ein mildes Haarwaschmittel für trockene und empfindliche Kopfhaut angesagt, da normale Shampoos entfetten. Die Haare sollten nicht zu oft gewaschen werden. Statt zu föhnen lässt man sie am besten an der Luft trocknen. Eine Wohltat für die Kopfhaut sind ein paar Tropfen Olivenöl, die man über die Nacht einwirken lässt und am nächsten Morgen mit einem milden Shampoo auswäscht. Die Haare sollten grundsätzlich niemals mit heissem, sondern mit lauwarmem Wasser gewaschen werden.
Sogenannte Anti-Schuppen-Shampoos eignen sich für fettige Schuppen und werden drei Mal wöchentlich bis täglich angewandt. Sie spülen überschüssiges Fett aus und enthalten meist pilzhemmendes bzw. keimabtötende Substanzen. Am besten lässt man sie einige Minuten einwirken und spült sie danach gründlich aus. Im Handel gibt es eine grosse Auswahl an Anti-Schuppen-Shampoos, die sich in ihrer Zusammensetzung (stark) unterscheiden. Es lohnt sich auszuprobieren, welches das persönlich Richtige ist und wirkt. Fest steht: Wenn sich das Schuppenproblem innert drei bis vier Wochen nicht deutlich verbessert, sollte ein Dermatologe aufgesucht werden. Denn Kopfschuppen sind nicht immer nur ein kosmetisches Problem. Dahinter können sich auch Hautkrankheiten verbergen, die einer ärztlichen Behandlung bedürfen.

Hausmittel gegen Schuppen

Einen Versuch wert sind folgende Hausmittel gegen Schuppen:

  • Selbstgemachtes Shampoo: Nehmen Sie ein Eigelb und vermischen Sie es mit Zitronensaft. Waschen Sie damit die Haare und lassen Sie die Mixtur etwas einwirken, bevor Sie sie dann ausspülen.
  • Selbstgemachtes Haarwasser: Eine Handvoll Brennnesseln mit ½ Liter kochendem Obstessig übergiessen. Mindestens zehn Minuten ziehen, Brennnesseln herausnehmen und Haarwasser abkühlen lassen.
  • Mischen Sie rund 20 Tropfen Teebaumöl in ein mildes Shampoo und waschen Sie Ihre Haare damit.
  • Durchkämmen Sie ihre Haare, bevor Sie sie waschen. Dadurch lösen sich die Schuppen von der Kopfhaut und werden beim Waschen weggespült.
  • Essen Sie mehr zinkhaltige Lebensmittel wie Haferflocken, Fisch und Vollkornprodukte.
Das kann dahinterstecken

Lassen sich die Kopfschuppen nicht mit einem Schuppen-Shampoo entfernen, kann eine Erkrankung der Haut dahinterstecken. In folgenden Fällen sollten Sie zum Hautarzt gehen:

  • Schuppenbildung, die länger als einen Monat besteht, oder immer wiederkehrt
  • Starker Juckreiz, Rötung oder Schwellung der Kopfhaut
  • Brennen oder Entzündung der Kopfhaut
  • nässende oder verkrustete Stellen

Mögliche Ursachen sind Krankheiten wie Kontaktallergien auf Inhaltsstoffe in Shampoos oder Haarmitteln, Schuppenflechte (Psoriasis), ein atopisches Ekzem (Neurodermitis) oder vernarbender Haarausfall (Lichen planopilaris)

 

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy