Nahrung für die Augen

(c) Andrey Kiselev / Fotolia

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Nicht nur unser Körper altert, auch unsere Augen. Sie büssen zunehmend an Sehkraft ein. Um sich vor dem häufigsten Leiden – der altersbedingten Makula-Degeneration – zu schützen, lohnt sich eine Ernährung, die reich am Pflanzenfarbstoff Lutein ist.

Die Augen sind unsere wichtigsten Sinnesorgane. Sie nehmen rund 80 Prozent all unserer Sinneseindrücke auf. Gute Sicht ist wichtig, um sich zu orientieren und eigenständig zu bewegen, Menschen zu erkennen, spannende Bücher zu lesen, Auto zu fahren oder einer geliebten Person tief in die Augen zu blicken.
Allerdings ist einwandfreie Sehkraft bis ins hohe Alter keine Selbstverständlichkeit! Denn unsere empfindlichen Augen verlieren mit zunehmendem Alter langsam die Fähigkeit, mühelos hin- und herzupendeln, etwa zwischen gleissendem Sonnenlicht und einem Computer-Bildschirm. Die Augen ermüden schneller, trocknen rascher aus, sind lichtempfindlicher und erholen sich zu wenig, wenn man nicht mehr ausreichend schläft, was ab 55 Jahren zunehmend passieren kann.

Altersbedingte Veränderungen

Wie der Körper verlieren auch die Augenlinsen mit fortschreitendem Alter an Beweglichkeit. Die Folge ist Altersweitsichtigkeit (Presbyopie). Unsere Sehorgane können sich nicht mehr genügend auf Nähe einstellen. Ob Zeitungslesen oder präzise Handarbeit: irgendwann zwischen 40 und 60 Jahren geht es nicht mehr ohne Lesebrille.
Die häufigste Ursache für zunehmende Sehschwäche im Alter ist aber nicht die Weitsichtigkeit, sondern die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), die schlimmstenfalls zur Erblindung führt.

Als Makula wird das wenige Quadratmillimeter grosse Zentrum der Netzhaut bezeichnet, welches das scharfe Sehen ermöglicht. Verkümmern die Sehsinneszellen der Netzhaut spricht man von einer Makula-Degeneration. Betroffene sehen in der Mitte ihres Sehfeldes dann einen grauen Punkt. Und aus geraden Linien werden Wellen. Auch wenn die genauen Ursachen für diese Krankheit nicht bekannt sind, vermuten Experten, dass dahinter Ablagerungen von Stoffwechselprodukten sowie eine verschlechterte Durchblutung stecken.
Rauchen schadet ganz besonders. Als weitere Risikfaktoren gelten Bluthochdruck, starke Sonneneinstrahlung (UV-Schäden), Arterienverkalkung, Bewegungsmangel und/oder einen Mangel an Vitaminen und Mineralien.

Vitalstoffe für die Augen

Fest steht: Menschen, die in ihrem Leben viel (grünes) Gemüse und Obst gegessen haben, leiden seltener an einer Makuladegeneration. Heute weiss man, dass Vitamine eine grosse Rolle spielen, um die Sehkraft bis ins hohe Alter zu erhalten. Benötigt werden vor allem die Vitamine A, C und E.

Vitamin A und Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A) sind wichtig für das Hell-Dunkel-Sehen. Beta-Carotin ist zudem ein wirksamer Radikalfänger. Es steckt vor allem in Gemüse und Früchten mit kräftigem rotorangen Farbton, wie Aprikosen, Papaya, Pepperoni, Rüeblis oder Randen.
Vitamin C und Vitamin E schützen die Augen ebenfalls vor aggressiven freien Radikalen, die durch den Einfluss von UV-Strahlen oder als Folge von Stoffwechselprozessen entstehen. Reich an Vitamin C sind beispielsweise Federkohl (Grünkohl), Brokkoli, Pepperoni, schwarze Johannisbeeren, Sanddorn, Hagebutte und Zitrusfrüchte. Wertvolle Vitamin-E-Lieferanten sind Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl und Sesamöl. Sowie Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Haselnüsse und insbesondere Mandeln.
Schutz vor altersbedingter Makuladegeneration bieten auch Omega-3-Fettsäuren. Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine verstärkte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren das Erkrankungsrisiko senken kann. Gute Quellen sind fette Fische wie Lachs, Hering, Thunfisch und Sardinen. Hochwertig sind auch Leinöl und Walnüsse.

Körpereigene «Sonnenbrille»

Eine Hauptrolle in der Augen-Ernährung spielen die natürlichen Carotinoide Lutein und Zeaxanthin. Diese orangegelben Farbstoffe schützen unsere Sehzellen vor schädigendem UV-Licht und freien Radikalen. Sie wirken wie eine „natürliche Sonnenbrille“, indem sie kurzwelliges Licht vor allem im Bereich der Makula filtern.

Doch je älter wir werden, desto mehr schwindet der Vorrat an schützenden Farbstoffen im Auge. Mit einer Ernährung, die reich an Lutein und Zeaxanthin ist, lässt sich dem glücklicherweise entgegenwirken. Deutsche Ernährungswissenschaftler fanden heraus, dass das Schutzpigment Lutein nicht nur eine Makula-Degeneration vorbeugen, sondern diese auch kurzfristig stoppen kann. Es ist also nie zu spät, reichlich dunkelgrünes und orangefarbenes Gemüse zu geniessen!

 

Natürliches Lutein und Zeaxanthin

Unser Körper kann Lutein und Zeaxanthin nicht selber bilden. Deshalb müssen wir diese Farbstoffe durch das Essen aufnehmen. Auf den augengesunden Speiseplan gehören:

  • Brokkoli
  • Eigelb
  • Erbsen grün
  • Federkohl
  • Krautstiel
  • Kresse
  • Kürbis
  • Lattich
  • Mais
  • Pepperoni
  • Rosenkohl
  • Rucola
  • Rüebli
  • Spargeln
  • Spinat
  • Süsskartoffeln
  • Tomaten
  • Zucchini

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy