Der Lebens-Spender zum Nulltarif

© arttim / Fotolia

© arttim / Fotolia

Am 22. März findet der internationale Weltwassertag statt, der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde. Er erinnert jährlich daran, wie lebenswichtig sauberes Trinkwasser für unsere Gesundheit ist.

Hierzulande können wir einfach den Wasserhahn aufdrehen, um unseren Wasserbedarf zu decken. Davon können 748 Millionen Menschen auf unserem Planeten nur träumen: Sie leben ohne Zugang zu sauberem Wasser – obwohl dies ein Menschenrecht wäre.
Doch weshalb ist Wasser so wichtig? Wie wirkt es auf die Gesundheit? Nachfolgend die wichtigsten Fakten:

Lebenselixier:

Wir können rund einen Monat ohne Essen überleben, aber höchstens fünf bis sieben Tage ohne zu trinken. Denn unser Körper besteht zu zwei Dritteln aus Wasser und braucht das «blaue Gold» etwa als Transportmittel für Blut, Urin oder Schweiss. Sowie zum Regeln der Körpertemperatur. Mangelt es an Flüssigkeit, steigt das Risiko für Nierensteinerkrankungen, Harnwegsinfektionen oder Verstopfung. Trocknen auch die Schleimhäute aus, haben Viren und Bakterien ein leichtes Spiel.

Krank durch Schmutzwasser:

Elf Prozent der Weltbevölkerung müssen verschmutztes Wasser trinken. Leidtragende sind insbesondere Kinder: Gemäss dem Kinderhilfswerk UNICEF sterben jedes Jahr 1,5 Millionen Kinder vor ihrem fünften Lebensjahr an Durchfall.

Konstantes Wechselspiel:

Unser Organismus scheidet jeden Tag bis zu 2,5 Litern an Flüssigkeit aus – sei es über den Schweiss, den Urin oder den Stuhlgang, der nebst unverdauten Nahrungsresten zu 75 % aus Wasser besteht. Um das Flüssigkeitsniveau des Körpers gesund zu erhalten, muss der Verlust täglich ausgeglichen werden – in Form von Trinkwasser, Kräutertees, Suppen, Gemüsen und Früchten.

Signale von Wassermangel:

Meldet sich das Durstgefühl, ist der Organismus in der Regel bereits schon unterversorgt. Gemäss wissenschaftlichen Studien reicht bereits ein Wasserverlust von 2 bis 3 Prozent des Körpergewichts aus, um die Konzentration und Leistungsfähigkeit herabzusetzen. Warnsignale sind beispielsweise Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Übelkeit.

Richtig trinken:

Trinken auf Vorrat funktioniert leider nicht, da unser Darm pro Stunde höchstens 5 bis 8 dl aufnehmen kann und den Rest ungenutzt ausscheidet. Ideal ist, jede Stunde ein grosses Glas Wasser zu trinken.

Wie gesund ist «Hahneburger»?

Im Ausland wird Wasser oft mit Chlor aufbereitet, was grässlich schmeckt. Im Gegensatz zu anderen (westlichen) Ländern ist die Trinkwasserqualität in der Schweiz sehr hoch. «Hahneburger» kann problemlos genossen werden. Wer genauer wissen, was das lokale Trinkwasser bringt, findet unter http://www.trinkwasser.ch weitere Infos.

Ist Mineralwasser in Flaschen überflüssig?

Hier gilt es zu unterscheiden: Unterwegs sind Mineralwasserflaschen die einfachste Art, sich mit gesundem Wasser zu versorgen – vor allem, wenn man nicht genau weiss, wie es um die Wasserqualität steht. Auf Reisen in warme Länder und tropische Gefilde sollte man darauf achten, dass die gereichte Wasserflasche ungeöffnet angeboten wird. Wurde der Verschluss bereits aufgedreht, ist Vorsicht geboten.

Wasser aus PET-Flaschen:

PET-Flaschen stehen im Verdacht, hormonaktive Substanzen auszuscheiden. Was ist davon zu halten?
Tatsächlich gibt es Studien, die in diese Richtung weisen. Mögliche Folgen wären Veränderungen der Spermienqualität (bis hin zur Unfruchtbarkeit), Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen. Die Forschung dazu steckt allerdings noch in den Kinderschuhen.

Als oberste Gesundheitsbehörde der Schweiz kam das Bundesamt für Gesundheit BAG 2011 nach einer Studie an 31 verschiedenen Mineralwassern zum Schluss: «Die nachgewiesenen östrogenen Aktivitäten stellen für die Verbraucher kein Gesundheitsrisiko dar. Denn die natürlichen Östrogene sind beispielsweise in Milch- und Sojaprodukten, Bier und Wein in deutlich höheren Konzentrationen vorhanden».
Anders sieht es in Frankreich aus: Hier sind Bisphenol-A-haltige Materialien für Verpackungen, Behältnisse oder Flaschen im Lebensmittelbereich seit 2015 verboten, da sie in den Hormonstoffwechsel eingreifen können.

Die einfachste Art, im Büro, beim Wandern oder beim Sport jederzeit gesundes Wasser zu trinken ist eine persönliche Trinkflasche, die man am Wasserhahn auffüllt. Sie sollte aus Glas, Edelstahl oder BPA-freiem Material bestehen. Leichte, farbenfrohe Flaschen ohne Bisphenol A (BPA) findet man im Sporthandel sowie zunehmend auch in Supermärkten.

Mineralwasser zum Nulltarif:

Die Schweiz ist reich an hochwertigen Mineralwasserquellen. Wer seine Wasserflasche kostenlos damit füllen möchte, findet hierzulande zahlreiche Orte dafür, wie beispielsweise der Hürlimann-Brunnen in Zürich oder der Wasserbrunnen im Thermalbad Zurzach.

 

Lustvoll Wasser trinken

Reichlich Wasser zu trinken ist die beste und kostengünstige Methode, den Stoffwechsel anzuregen und den Körper laufend von Schadstoffen zu befreien. Der neueste Trend aus den USA heisst «Detox Wasser»: Pures Wasser wird mit natürlichen Zutaten wie Erdbeeren, Gurken oder Rosmarin aromatisiert und aufgewertet. Gluschtige Rezepte findet man im neuen Buch «Detox Wasser» von Sonia Lucano (Bassermann Verlag, CHF 13.90).

 

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy