Natur pur im Land der grünen Fee

Ein Paradies für Naturliebende! Copyright : Maxime COQUARD & Elisa DETREZ @Bestjobers

Wenige Kilometer jenseits der Schweizer Grenze taucht man im Herzen des französischen Jura in eine wildromantische Natur- und Wasserlandschaft, die rundum verzaubert. Ein Paradies für Ruhesuchende, Wanderer, Biker und Geniesser.

Mit über Tausend Seen, Weihern, Quellen und Flüssen, die von türkis bis marineblau glitzern, unzähligen rauschenden Wasserfällen, Tannenwäldern ohne Ende sowie felsigen Schluchten zählt der französische Jura – auch Franche-Comté genannt – zu den idyllischsten Naturoasen in Nahdistanz.
Ein Erlebnis sind die sieben Wasserfälle der «Cascades du Hérisson», die sich zwischen hohen Felswänden und moosbewachsenen Bäumen ergiessen und unter Naturschutz stehen. Der imposanteste dieser Wasserfälle, der 65 m hohe «L’Eventail», ist in rund 15 Gehminuten erreichbar. Um die ganze Wasserfall-Pracht zu entdecken, braucht es rund drei Stunden, etwas Kondition und gutes Schuhwerk.

© CRT Franche Comté

Cascades du Hérisson © CRT Franche Comté

Als einer der schönsten Tannenwälder Frankreichs gilt der Wald «Joux» im Nordosten von Champagnole. Ursprünglich war der französische Jura ein riesiges, wildes Waldgebiet. Erste Rodungen erfolgten im Mittelalter, als sich Mönche und vertriebene Katholiken hier ansiedelten, um ein neues Leben zu beginnen.

© CRT Franche Comté

Joux © CRT Franche Comté

Um das Überleben im der abgelegenen Region zu ermöglichen, wurden bereits im 13. Jahrhundert sogenannte «Fruitières» gegründet. Das sind regionale, kooperativ organisierte Milchsammelstellen, die bis heute lokalen Bauern ermöglichen, ihre Milch für die gemeinsame Käseproduktion abzugeben. So konnten riesengrosse, länger haltbare Käselaibe hergestellt werden, um auch bei winterlicher Kälte und Schnee genug Essen zu haben. Beliebtester Käse der Region ist heutzutage der Comté. Ausgesprochen aromatisch schmeckt der Comté der Familie Petite: Als Käseproduzenten vor 50 Jahren neue Methoden einsetzten, um Käse (industriell mit Wärme) schneller zu reifen, konnte sich der passionierte Käser Marcel Petite nicht damit anfreunden. Stattdessen erwarb er 1966 im Jura-Hochland die leer stehende unterirdische Militäranlage «Fort St. Antoine» in 1100 Meter Höhe, um seinen Käse fortan bei grottenähnlichen Tieftemperaturen langsam reifen zu lassen. Dies trug ihm vorerst viel Spott ein. Doch heute reisen Genuss-Spezialisten aus der ganzen Welt an, um mehr über seine natürliche Käsereifung zu lernen.

Marcel Petite, Vater des höhlengereiften Comté.

Die unterirdische Anlage Fort St Antoine wurde bereits vor über 130 Jahren im Hoch-Jura erstellt. (c) Andres Frosch

Die unterirdische Anlage Fort St Antoine wurde bereits vor über 130 Jahren im Hoch-Jura erstellt.

Im Fort St Antoine reifen Tausende von Comté-Käsen. (c) Andres Frosch

Im Fort St Antoine reifen Tausende von Comté-Käsen. (c) Andres Frosch

Der Reifegrad des Käses wird laufend überprüft. (c) Andres Frosch

Der Reifegrad des Käses wird laufend überprüft. (c) Andres Frosch

Zu den gastronomischen Spezialitäten der Region zählt – neben frischen Forellen, regionalen Wurstwaren und jurassische Weinen – auch der Absinth, «grüne Fee» genannt. Die Formel für den hochprozentigen Kräuterschnaps soll ursprünglich von einem Arzt entwickelt worden sein – gegen Bauchschmerzen und andere Leiden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts avancierte Pontarlier zur Hochburg der Absinth-Produktion. Unzählige Schriftsteller und Künstler, die heutzutage weltbekannt sind, wie Charles Baudelaire, Paul Gauguin, Vincent van Gogh, Ernest Hemingway oder Henri de Toulouse-Lautrec, liessen sich von der grünen Fee inspirieren. Bis das Getränk aus Wermut, Anis, Fenchel und weiteren Kräutern 1915 auf Druck von Weinbauern und Gesundheitspolitikern offiziell verboten wurde – mit der Begründung, es enthalte den Wirkstoff Thujon, der krank und wahnsinnig mache. Eine Behauptung, die sich bis heute nicht erhärten liess. Seit 2001 ist die Produktion offiziell wieder erlaubt. In Pontarlier gibt es heutzutage noch zwei Produktionsstätten, darunter diejenige der Familie Emile Pernot, die nicht nur preisgekrönten Absinth, sondern auch leckeren Tannen-Likör herstellt.

Hier entsteht der Absinthe der Familie Pernot. (c) Andres Frosch

Hier entsteht der preisgekrönte Absinthe der Familie Pernot. (c) Andres Frosch

Hier wird der Absinth noch handwerklich produziert. (c) Andres Frosch

Der Absinth wird hier noch handwerklich hergestellt. (c) Andres Frosch

Goldmedaille für den Absinthe von Pernot. (c) Andres Frosch

Goldmedaille für den Absinthe von Pernot. (c) Andres Frosch

Tannenlikör von Pernot: ein kleines Genuss-Gläschen wert. (c) Andres Frosch

Tannenlikör von Pernot: ein kleines Genuss-Gläschen wert. (c) Andres Frosch

Aktive Natur-Erlebnisse im französischen Jura

Wandern

Grüne Lunge: Der französische Jura ist die waldreichste  Region Frankreichs© CRT Franche Comté

Biken

Traumhafte Velowege: Die voralpine Region um Lamoura im Hoch-Jura ist ein Paradies zum Biken.© CRT Franche Comté© CRT Franche Comté

Badefreuden

Von Wäldern und Steilküsten umrandet: Im Sommer ist der Lac de Chalain ein beliebter Ort für Wassersport.Lac de Chalain. © CRT Franche ComtéLac de Chalain. © CRT Franche Comté

 

Weitere Infos:

Anreise: Am besten mit dem eigenen Auto. Ab dem schweizerischen Vallorbe sind es 25 km nach Pontarlier und 60 km nach Champagnole.

Unterkunft:

Regionale Küche:

Regionales Tourismusbüro: Franche-Comté

 

PDF des Artikels: Natur pur im Land der grünen Fee

Erschienen in: GlücksPost. © Marie-Luce Le Febve de Vivy